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Die WienWein-Winzer sind gut durch die Krise gekommen. Das verdanken sie auch den Wienerinnen und Wienern, die dem Wiener Wein im letzten Jahr ganz besonders die Treue gehalten haben. "Wir werden auch in Zukunft beste Weine produzieren", versprechen die Winzer v.l.n.r. Fritz Wieninger, Rainer Christ, Michael Edlmoser, Thomas Podsednik, Gerhard J. Lobner und Thomas Huber." (Foto: Raimo Rudi Rumpler)

Ein echter Wien-Wein geht nicht unter

09. Juni 2021 | 16:44 Autor: Wine & Partners Startseite, Wien

Wien (A) Der Wiener Wein ist gut durch die Covid-Krise gekommen. Allerdings nur, weil viele Winzer – allen voran die Mitglieder der Gruppe WienWein – Einfallsreichtum und Dynamik bewiesen haben. Die Innovationen aus dem Pandemie-Jahr verschaffen jetzt einen Vorsprung für die Zukunft. Außerdem haben die Wienerinnen und Wiener ihrem Wein die Treue gehalten – ein schöner Liebesbeweis in harten Zeiten, der Mut und Zuversicht gibt.

Ohne Zweifel war 2020 ein hartes Jahr für die Weinbranche: Gastronomie, Hotellerie und Vinotheken blieben weitgehend geschlossen, der Tourismus war fast ein Totalausfall, es gab keine Weinmessen, keine Verkostungs-Events. Die Krise ging auch an der bedeutenden Wiener Winzervereinigung WienWein nicht spurlos vorüber: Von März 2020 bis März 2021 verzeichnete die gesamte Gruppe ein Umsatz-Minus von rund 25 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Gemessen an den Problemen des Pandemie-Jahres ist das aber eine vergleichsweise gute Nachricht, die die Gruppe vor allem ihren entschlossenen Gegenreaktionen zu verdanken hat.

Digitalisierung im Eiltempo
Weil sich Kommunikation und Einkaufsverhalten während der Pandemie fast vollständig ins Internet verlagerten, rüsteten die WienWein-Winzer ihre digitalen Kanäle im Eiltempo auf. Webshops wurden eingerichtet, bestehende Online-Portale besser miteinander verknüpft, der digitale Auftritt in den sozialen Medien deutlich intensiviert. "Vor 2020 hatte der Online-Verkauf bei niemandem von uns eine große Rolle gespielt“, berichtet der neue WienWein-Obmann Rainer Christ, „jetzt wird das bleiben, weil die Konsumenten entdeckt haben, wie einfach man mit einem Klick Wein kaufen kann."

Online als neuer Ort der Begegnung mit Handel und Gastronomie
Nicht nur die Endverbraucher sind ins Internet gewandert, sondern auch die Kontakte zu Händlern, Sommeliers und Gastronomen. Verkostungen quer durch das Sortiment, Jahrgangspräsentationen, Tastings zu bestimmten Themen – all das findet heute ganz selbstverständlich online statt.

"Vor Corona hätte sich niemand vorstellen können, dass man etwas so Sinnliches wie eine Weinverkostung via Bildschirm durchführen kann“, stellt Winzer Fritz Wieninger fest, „inzwischen ist das Normalität, und alle wissen die Vorteile zu schätzen." Online-Tastings ersparen nämlich vor allem Zeit und weite Anreisen.

Wieninger: "In der Früh bin ich im Weingarten, am Vormittag in einem Online-Tasting mit Moskauer Sommeliers, am Nachmittag arbeite ich im Weinkeller und am Abend diskutiere ich in einem Online-Meeting mit meinem New Yorker Händler. Klingt utopisch, ist aber Realität."

Innovativ denken, rasch handeln
Die Mitglieder der WienWein-Gruppe hatten immer schon unterschiedliche geschäftliche Schwerpunkte. Weshalb die Pandemie bei jedem unterschiedliche Gegenstrategien erforderte. Bei Thomas Huber (Weingut Fuhrgassl-Huber in Neustift) beispielsweise spielt die Eigengastronomie seit jeher eine große Rolle, da machten sich die Schließungen besonders bemerkbar.

Er reagierte mit einem bilderbuchreifen Take away Konzept, das sensationell gut angenommen wurde. Michael Edlmoser vom Weingut Edlmoser in Mauer kompensierte den Ausfall der Gastronomie durch starkes Online-Wachstum – und erlebte einen (corona-konformen) Abhol-Boom. Thomas Podsednik (Weingut Cobenzl) und Rainer Christ (Weingut Christ) konnten ihre Gastro-Einbußen durch erhöhte Präsenz im Lebensmittelhandel wettmachen.

Gerhard J. Lobner (Weingut Mayer am Pfarrplatz) steigerte die Online-Absätze vor allem in Deutschland. Und Fritz Wieninger verzeichnete Zuwächse in den USA. Dabei unterstützten ihn gute Importeure, die selbst digital sehr aktiv waren.

Auf die Wienerinnen und Wiener ist Verlass
Die WienWein-Weingüter haben im Pandemiejahr bewiesen, dass sie am internationalen Markt verankert sind, und dass Wein aus Wien weltweit gefragt ist. Der wirklich entscheidende Faktor für das gute Durchkommen des Wiener Weins auch in Krisenzeiten ist aber die Treue der Wiener und Wienerinnen selbst. So stellt Winzer Thomas Podsednik fest: "Die Wiener wollen auf den Wein aus ihrer Stadt nicht verzichten. Auch oder gerade in Krisenzeiten."

In Zahlen bedeutet das: Die WienWein-Gruppe hat im Zeitraum März 2020 bis März 2021 rund 30 Prozent mehr Wein an Privatkunden in Wien geliefert als im Schnitt der 3 Jahre davor.

Podsednik: "Der Wiener Wein und die Wiener Bevölkerung sind ein gutes Team. Dafür möchten wir uns endlich einmal bedanken. Unser Dank besteht in erster Linie darin, dass wir uns verpflichten, auch in Zukunft richtig guten Wein zu produzieren."

Die Zukunft hat schon begonnen
Die WienWein-Winzer haben sich gut auf die Post-Covid-Ära vorbereitet. Vor allem im Bereich des Weintourismus, der ordentlich in Schwung kommt. Einige haben das gastronomische Angebot erweitert (Weingut Christ), eine neue Buschenschänke im Weingarten errichtet (Weingut Edlmoser) oder einen neuen Weinshop samt weitläufiger Terrasse gebaut (Weingut Mayer am Pfarrplatz).

"Für einen Wien-Urlauber sollte ein Besuch in einem unserer Weingüter oder Heurigen zum Pflichtprogramm gehören. Wir glauben, dass diese Art des sanften Genuss-Erlebnisses zurückkommt und sehen deshalb sehr optimistisch in diesen Sommer", sagt Michael Edlmoser.

2019 und 2020: Zwei sensationelle Wein-Jahrgänge

Optimistisch in die Zukunft blickt die WienWein-Gruppe auch aufgrund der zwei hervorragenden Jahrgänge, die sie in die Flaschen füllen. Speziell 2019 soll ein echter Jahrhundert-Jahrgang sein, bestätigen Weinexperten und Sommeliers in ganz Österreich. Viele Weine aus diesem Jahrgang durften glücklicherweise länger reifen, weil gerade im April und Mai 2020, als dieser Jahrgang üblicherweise auf den Markt gekommen wäre, europaweit die strengsten Lockdown-Bestimmungen herrschten.

Der noch junge Jahrgang 2020 entwickelt sich ähnlich hervorragend, weiß Thomas Huber. "Zum günstigen Witterungsverlauf kam 2020 sicher dazu, dass wir wesentlich mehr Zeit im Weingarten (und weniger im Flugzeug) verbringen konnten. Diese Zeit haben wir genutzt, um unsere Lagen noch besser kennen zu lernen."

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