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Heinz Pöttinger, Vorsitzender der Berufsgruppe Landmaschinen

Österreichische Landmaschinen-Hersteller mit Produktionsplus: Zukunftsbranche mit hohem Exportanteil und Innovationspotenzial

09. Februar 2017 | 09:55 Autor: APA-OTS Österreich, Wien

Wien (A) Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Sie umfasst über 1.200 Unternehmen und sichert indirekt rund 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Eine wichtige Teilbranche bilden die Landmaschinenhersteller. „Man verbindet mit Maschinenbau in erster Linie nicht unbedingt Landmaschinen. Zu Unrecht, denn mit einem Produktionswert von rund 1,9 Milliarden Euro und einem Wachstum von 1,9 Prozent im Vergleich zu 2015 bilden wir mit einem Anteil von 10 Prozent eine starke Achse im Maschinenbau. Rund 5.800 Personen arbeiten in Österreich in der Landmaschinen-Branche und die Beschäftigungszahlen sind trotz Finanz- und Wirtschaftskrise jedes Jahr kontinuierlich gestiegen“, so Heinz Pöttinger, Vorsitzender der Berufsgruppe Landmaschinen.

Mehr als zwei Drittel der Landmaschinen gehen in den Export

Die Branche ist sowohl regional, als auch international orientiert. Über zwei Drittel der in Österreich produzierten Landmaschinen gingen 2016 laut Hochrechnungen in den Export, das entspricht einem Produktionswert von rund 1,3 Milliarden Euro (- 4,5 %). Die wichtigsten Exportländer und Handelspartner sind Deutschland (220 Millionen), Frankreich (190 Millionen), Schweiz (46 Millionen) und Großbritannien (43 Millionen). Der Rückgang im Export wurde 2016 durch eine starke Inlandsnachfrage (+ 5,4 %) mehr als ausgeglichen.

Die Produktpalette der österreichischen Landtechnikhersteller ist äußerst umfangreich. Ein Schwerpunkt der Land- und Forstmaschinenproduktion in Österreich sind Traktoren (über 45 % im Jahr 2015). Weiters werden Maschinen und Geräte für die Bodenbearbeitung (z. B. Eggen, Pflüge) sowie für Grünland (Mähwerke, Kreisel, etc.), Kommunalfahrzeuge, landwirtschaftliche Anhänger, Stalleinrichtungen, Beregnungssysteme, Kommunaltechnik sowie Holzhackmaschinen hergestellt.

Agrartechnik ist ein spannender Zukunftsmarkt mit hohem Innovations-und Entwicklungspotenzial. „Die Digitalisierung der Landtechnik hat längst begonnen und bietet große Chancen für die Landwirtschaft. Technik wird `intelligenter´ heißt, dass den Nutzern detailliertere Information zur Verfügung steht und Entscheidungen und Maßnahmen differenzierter getroffen bzw. durchgeführt werden, zum Teil auch automatisiert werden können. Aufgabe in den nächsten Jahren wird es sein, die Möglichkeiten und Grenzen sowie auch Risiken der neuen Technologien sukzessive zu erkennen und für die Produktion von Lebensmitteln und Rohstoffen einzusetzen“, so Univ.-Prof. Andreas Gronauer, Institut für Landtechnik an der Universität für Bodenkultur Wien.

Pöttinger sieht die Zukunftsaussichten der Branche positiv: „Nahrung und somit Landwirtschaft braucht jeder und die Weltbevölkerung wächst stetig. Um die steigende Nachfrage nach Nahrung zu bedienen, liegt die Hauptaufgabe der Landmaschinenindustrie darin, die Versorgung mit Nahrungsmitteln so effektiv wie möglich zu gestalten. Ohne moderne Landtechnik ist eine lückenlose Versorgung mit Nahrungsmitteln in Zukunft nicht mehr zu leisten“.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, beurteilt die Entwicklungen der gesamten Branche deutlich optimistischer, als noch vor einem Jahr: „Die leichte Erholung der österreichischen Wirtschaft und die des Euro-Raumes stimmen uns positiv für die nächsten Monate. Wenn die Regierung nun rasch ihre versprochenen Projekte umsetzt, kann das die Entwicklung stützen.“ Vor allem die Entlastung bei den Lohnnebenkosten, Entbürokratisierung und Investitionsanreize sind für Knill die richtungsweisenden Maßnahmen.

Über die Metalltechnische Industrie
Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2016 einen Produktionswert von rund 35 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Dipl.-Ing. Johannes Collini, Verhandlungsleiter für den Fachverband Maschinen & Metallwaren Industrie
Veit Schmid-Schmidsfelden, Verhandler für den Fachverband Maschinen & Metallwaren Industrie (FMMI)
Dr. Karin Exner-Wöhrer, Verhandlerin für den Fachverband Maschinen & Metallwaren Industrie (FMMI)
Mag. Christian Knill, Obmann Fachverband Maschinen & Metallwaren Industrie

    FMTI | Fachverband Metalltechnische Industrie

    Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien, Österreich
    +43 5 90 900-3440

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