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Brigitte Ederer, Präsidentin des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie

Hochleistungsbranche Elektro- und Elektronikindustrie: Produktion wuchs 2016 um 7,1 Prozent auf Rekordhoch

07. Juli 2017 | 11:49 Autor: FEEI Österreich, Wien

Wien (A) „Die Elektro- und Elektronikindustrie erwies sich einmal mehr als Hochleistungsbranche“, präsentiert Brigitte Ederer, Präsidentin des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI), die wirtschaftliche Bilanz des zweitgrößten Industriezweigs Österreichs für das Jahr 2016. Mit 15,3 Mrd. Euro erreichte der abgesetzte Produktionswert der Branche erneut ein Rekordhoch. Die Exportquote lag fast unverändert bei rund 80 Prozent, war in absoluten Zahlen jedoch mit 1,5 Prozent leicht rückläufig. Der Umsatz expandierte kräftig um 10,2 Prozent auf 18,9 Mrd. Euro.

Innovation schafft Jobs
Die positive Entwicklung der hochinnovativen Branche fand auch in der Zahl der Beschäftigten ihren Niederschlag. Mit Ende 2016 belief sich die Zahl der Arbeiter und Angestellten auf 62.058. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einer Zunahme von 821 Beschäftigten oder 1,3 Prozent. Die Kapazitätsauslastung ist weiterhin hoch. „Das erneute Plus bei den Beschäftigten zeigt deutlich, dass Innovation wertvolle, zukunftssichere Jobs schafft. Gerade Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie, die in der Digitalisierung sehr weit fortgeschritten sind, suchen händeringend nach Fachkräften und stocken ihre Belegschaft oft signifikant auf“, macht Ederer deutlich.

Global Player: Elektro- und Elektronikindustrie bleibt Exportweltmeister
Die Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie exportierten 2016 Produkte und Dienstleistungen im Wert von 15,6 Mrd. Euro. Vor dem Hintergrund einer schwächelnden Konjunktur und verhaltener Investitionen im EU-Raum – dem mit 64 Prozent Anteil an den Gesamtausfuhren wichtigsten Absatzmarkt – waren die Exporte nach starken Zuwächsen 2015 (+4,1 Prozent) im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 1,5 Prozent leicht rückläufig. Gut entwickelte sich die Nachfrage aber dennoch in Deutschland (+0,8 Prozent), Frankreich, der Slowakei und Großbritannien.

Für den leichten Exportrückgang verantwortlich zeichnete unter anderem ein Minus von 2,8 Prozent im zweitwichtigsten Exportmarkt USA (Nordamerika gesamt -2,4%), nach deutlichen Steigerungen in den vorangegangenen Jahren.

Die Exporte nach Asien stagnierten mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent. Maßgeblich
dafür waren nicht zuletzt Rückgänge in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Südkorea. Die Nachfrage aus China zog dagegen um 11,4 Prozent an.

Branchenfrühindikator „Elektronische Bauelemente“ zeigt stark nach oben
Fast alle Sparten erzielten ein Produktionplus. Eine starke Steigerung (plus 16,1 Prozent) verbuchten elektronische Bauelemente, die mit einem Anteil von 16,7 Prozent am Gesamtproduktionswert die größte Sparte darstellt und allgemein als Frühindikator für die gesamte Branchenentwicklung gilt.

Die zweitgrößte Sparte in der Elektro- und Elektronikindustrie, die Hersteller von Generatoren, Transformatoren und Motoren (13,2 Prozent Anteil am Gesamtproduktionswert), konnte ihre Produktion wieder um 3,0 Prozent steigern. Elektrische Verteilungs- und Schalteinrichtungen wuchsen um 7,8 Prozent an. Den stärksten Zuwachs verzeichneten einmal mehr die Hersteller von Komponenten für die Automobilindustrie mit 23,2 Prozent. Lediglich elektronische Hausgeräte, Mess-, Kontroll- und Prüftechnik sowie sonstige elektrische Ausrüstungen verzeichneten einen leichten Rückgang.

Ausblick – 1. Quartal 2017 zeigt deutlichen Aufwärtstrend
Die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie blickt zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr 2017. Sowohl der abgesetzte Produktionswert (plus 23,1 Prozent) als auch der Auftragseingang (plus 28,8 Prozent) lagen im ersten Quartal deutlich über dem Vorjahresniveau. Diese Tendenz untermauert auch die Entwicklung der Exporte mit einem Plus von 5,9 Prozent. Der weiterhin niedrige Euro-Kurs und die nach wie vor moderaten Energie- und Rohstoffpreise sollten die Ausfuhren der Branche begünstigen. Österreich als Exportland dürfte vom prognostizierten Wachstum der Weltwirtschaft (3,6 Prozent) profitieren. Für China wird mit einer stabilen Konjunkturentwicklung gerechnet, wobei das Risiko von US-Strafzöllen auf chinesische Importe nach wie vor besteht. Eine mögliche Neuausrichtung der US-amerikanischen Handelspolitik und ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft stellen zweifellos den größten Unsicherheitsfaktor dar. Die anstehenden Verhandlungen über den Brexit könnten sich ebenfalls negativ auswirken.

Die Konjunkturaussichten in Österreich haben sich markant verbessert. Wirtschaftsforscher erwarten für das laufende Jahr 2017 ein Wirtschaftswachstum von 2,2 bis 2,4 Prozent. Damit dürfte es zum ersten Mal seit 2013 wieder über dem EU-Durchschnitt liegen. Im Vergleich zu den USA ist die Wachstumsdynamik im EU- und Euro-Raum allerdings nach wie vor gedämpft, was vor allem auf die strikte Sparpolitik vieler Staaten und ein zurückhaltendes Investitionsklima zurückzuführen ist.

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