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(v.l.) Dr. Christoph Jenny (WKO), Dr. Christian Bernhard (Land), Hubert Hämmerle (AK) und Manfred Brunner (VGKK)

salvus – Das neue Vorarlberger Gesundheits-Gütesiegel für Unternehmen

26. September 2012 | 14:14 Autor: Fonds Gesundes Vorarlberg Vorarlberg

Röthis (A) Die meiste Tageszeit verbringen wir an unserem Arbeitsplatz. Auch wenn man seinen Beruf mit Leidenschaft und die damit verbundenen Aufgaben motiviert und gerne erledigt, sollten jedoch auch die damit verbundenen Belastungen nicht übersehen werden. An die meisten berufstätigen Menschen werden heute am Arbeitsplatz hohe Anforderungen an die individuelle und organisatorische Flexibilität, die Bewältigung von Arbeitsprozessen oder den Umgang mit digitalen Daten gestellt.

Eine veränderte Arbeitskultur und damit verbundene vielfältige Handlungsmöglichkeiten stellen gleichzeitig deutlich höhere Anforderungen an Arbeitnehmer. Der Mensch befindet sich immer öfters in einem „smartphonegestützten“ Entscheidungs- und Handlungsdilemma.

Steigende Bedeutung betrieblicher Gesundheitsvorsorge
Die Österreichische Ärztekammer schätzt, dass bis zu 500.000 ÖsterreicherInnen an einem behandlungsbedürftigen Burnout-Syndrom leiden. Es gibt offensichtlich eine starke Belastungsver-schiebung von der körperlichen in Richtung arbeitsbezogener psychischer Belastungen. Daher kommt der Gesundheitsvorsorge auch und besonders am Arbeitsplatz steigende Bedeutung zu.

Gesundheit am Arbeitsplatz als Wettbewerbsvorteil
Gesunde Unternehmen benötigen gesunde Beschäftigte. Betriebe, die auf die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit achten, erhöhen dadurch nicht nur die Lebensqualität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie haben auch Vorteile im Wettbewerb. Denn: Mit der Motivation der Beschäftigten wächst auch die Produktivität einer Firma – von einem gesunden Arbeitsumfeld profitieren alle.

Fachkräfte achten immer öfters auch auf ihr Arbeitsumfeld
Zudem: immer mehr gut ausgebildete Fachkräfte entscheiden sich für ihren Arbeitgeber auch aufgrund des Arbeitsumfeldes. Dazu gehören auch diverse Möglichkeiten, sich am Arbeitsplatz fit und gesund zu erhalten. Die Betriebliche Gesundheitsförderung ist daher Teil einer modernen Organisationsentwicklung und hat zum einen die gesundheitsfördernde Gestaltung von Arbeit und Organisation und zum anderen die Befähigung der MitarbeiterInnen zu gesundheitsförderndem Verhalten zum Ziel.

„salvus“ – eine Auszeichnung starker Partner
Die Partner Vorarlberger Landesregierung, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und Vorarlberger Gebietskrankenkasse wissen um die Bedeutung gesunder und motivierter MitarbeiterInnen. Mit dem neuen Gesundheits-Gütesiegel „salvus“ in Gold und Silber sollen künftig all jene Betriebe ausgezeichnet werden, die sich aktiv um die Gesundheit ihrer MitarbeiterInnen verdient machen.

Reges Interesse Vorarlberger Unternehmen
Seit 2006 werden in Vorarlberg die Bemühungen der Unternehmen im Bereich betriebliche Gesundheitsvorsorge mit dem „Vorarlberger Gesundheitspreis“ entsprechend gewürdigt. Dieser wird nun durch das Gesundheits-Gütesiegel „salvus“ ersetzt.

Es hat sich gezeigt, dass die heimischen Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe - reges Interesse an gesundheitsfördernden Maßnahmen ihrer Mitarbeiter zeigen. Jede Aktivität im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsprävention ist es wert „vor den Vorhang“ geholt zu werden. Daher wurde der im „Vorarlberger Gesundheitspreis“ enthaltende Wettbewerbsgedanke zugunsten der qualitativen Auszeichnung (dem Gesundheitsgütesiegel „salvus“ in Gold oder Silber) fallen gelassen.

Eigenverantwortung fördern
Gesundheitsvorsorge darf jedoch nicht allein Sache der Unternehmen sein. Daher erhoffen sich die Partner des neuen Gesundheits-Gütesiegels auch, dass mit den Aktivitäten in den Betrieben auch die Eigenverantwortung der Arbeitnehmer entsprechend gefördert werde.

Statements

AK-Präsident Hubert Hämmerle
„Da Körper und Geist in einer wechselseitigen Beziehung stehen, ist es entscheidend, dass sich Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung nicht auf den berühmten „Apfeltag“ beschränken, sondern auch stark in die Unternehmenskultur hinein spielen. Der Umgang miteinander, Wertschätzung und das richtige Maß an Spannung und Entspannung sorgen für Gesundheit und Motivation“, erklärt AK-Präsident Hubert Hämmerle. „Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeutet es echte Lebensqualität, wenn sie gerne arbeiten, für die Betriebe ist es unbezahlbar, wenn sie über motivierte Beschäftigte verfügen“, ist der AK-Präsident überzeugt.

Dr. Christoph Jenny, Wirtschaftskammer Vorarlberg
Betriebliche Gesundheitsförderung macht sich bezahlt!
Ein betriebliches Gesundheitsmanagement kann sich für Unternehmen auszahlen - sinkende Krankenstände und weniger Arbeitsunfälle sind dabei nur zwei positive Auswirkungen mit unmittelbaren finanziellen Vorteilen. Ein verbessertes Betriebsklima, eine geringere Fluktuation und eine höhere Attraktivität als Arbeitgeber sind weitere Effekte, die  mittelbar Kosten reduzieren und daher ebenfalls nicht zu unterschätzen sind.

Unternehmen, die in „gesunde“ Arbeitsbedingungen investieren und ihre Mitarbeiter/innen zu einem gesünderen Lebensstil motivieren können, machen sich selbst fit für die Zukunft.

Mit einer solchen Unternehmensstrategie gelingt es, die körperliche, geistige und soziale Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter/innen langfristig zu erhalten und zu verbessern. Gesunde und motivierte Mitarbeiter/innen können aber auch einen entscheidenden Beitrag zur Produktivität des Betriebes leisten und stärken so die Wettbewerbsfähigkeit.

Aber nicht nur für die Unternehmen rechnen sich Investitionen in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter/innen. Auch die Mitarbeiter/innen selbst profitieren von geringerer Arbeitsbelastung, gesteigertem Wohlbefinden und gesünderem Verhalten im Beruf und in der Freizeit und gewinnen an Lebensqualität.

Die Erfahrungen zeigen: Betriebliche Gesundheitsförderung ist dort erfolgreich, wo die Umsetzung maßgeschneiderte und betriebsangepasste Aktivitäten einem gemeinsamen Anliegen des Unternehmens und der Mitarbeiter/innen entspringt. Mit dem neuen Vorarlberger Gütesiegel „salvus“ wollen wir daher Unternehmen und Mitarbeiter/innen gleichermaßen dazu motivieren, künftig gemeinsam noch stärker auf das Thema „Gesundheit“ zu setzen.

Manfred Brunner, Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse
Der Fokus der Aktivitäten der Vorarlberger Gebietskrankenkasse zum Thema Gesundheitsförderung richtet sich darauf, Menschen zu einem gesunden Lebensstil zu befähigen. Wir setzen hier Aktivitäten in vielen Bereichen – sei es in der Schule, in der Schwangerschaft, im Kindergarten oder eben auch in den Vorarlberger Betrieben. Unternehmen können durch das Setzen von Gesundheitsimpulsen im Betrieb einen wichtigen Beitrag zu einem gesünderen Leben leisten. Wir wollen mit dem weiter entwickelten betrieblichen Gesundheitspreis – dem neuen Gütesiegel „salvus“ – bei den Vorarlberger Unternehmen noch mehr Interesse und Motivation für eine nachhaltige Verankerung der betrieblichen Gesundheitsförderung schaffen.

Jeder Mensch hat eine große Eigenverantwortung für seine Gesundheit. Aber auch die Gestaltung des Umfelds, in dem wir leben, lernen und arbeiten, hat einen Einfluss auf Wohlbefinden und Gesundheit – und genau hier können Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten, indem sie auf eine gesundheitsfördernde Gestaltung von Arbeit und Organisation achten.

Ich bin überzeugt, dass das Gütesiegel „salvus“ neben der Auszeichnung „Frauen- und familienfreundlicher Betrieb“ und dem Titel „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ die Attraktivität jedes Unternehmens nach außen weiter steigern wird.

Die VGKK begrüßt es, dass die Wirtschaft und die Arbeitnehmervertreter als Partner dabei sind, da sie diejenigen sind, die betriebliche Gesundheitsförderung in den Unternehmen umsetzen wollen. Die VGKK und die AK haben eine eigens dafür installierte Servicestelle für Betriebe und Arbeitnehmer-vertreterInnen eingerichtet. Auch beim Fonds Gesundes Vorarlberg, der von den Sozialversiche-rungsträgern und dem Land Vorarlberg finanziert wird, erhalten Betriebe fachliche und finanzielle Unterstützung.

Dr. Christian Bernhard, Gesundheitslandesrat
„Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein wesentlicher Teil der Präventionsbemühungen des Landes. Sie ist Grundlage für Bewusstseinsbildung im Bereich Gesundheit aber auch ein klares Zeichen der Wertschätzung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Das Gütesiegel ‚salvus’ sehe ich als wichtigen sichtbaren Ausdruck für Verantwortungsbewusstsein von Betrieben in unserem Land."

Teilnahmebedingungen – Wer kann das Gütesiegel „salvus“ beantragen?
Alle Betriebe – unabhängig von der Zahl ihrer MitarbeiterInnen – welche die folgenden Kriterien erfüllen. Der „salvus“ wird jeweils für die Dauer von 2 Jahren, erstmals im März 2013 verliehen. Nach Ablauf dieses Zeitraums kann ein Antrag auf Wiederverleihung gestellt werden.

Das Gütesiegel „salvus Silber“ erhalten all jene Betriebe, die folgende Voraussetzungen erfüllen:
• Festgelegte Gesundheitsziele
• Ansprechperson für Gesundheitsfragen
• Beteiligung der MitarbeiterInnen
• Durchführung von gesundheitsfördernden Maßnahmen seit mindestens 6 Monaten

Das Gütesiegel „salvus Gold“ erhalten all jene Betriebe, die folgende Voraussetzungen erfüllen:
• Analyse der Ausgangssituation
• Festgelegte Gesundheitsziele
• Klare personelle Zuständigkeit und Verantwortung für das Thema Gesundheit
• Beteiligung der MitarbeiterInnen
• Durchführung von gesundheitsfördernden Maßnahmen auf Verhaltens- und Verhältnisebene seit mindestens 12 Monaten
• Prozess- und Endevaluation

Einreichung
• Die Einreichung erfolgt ausschließlich auf elektronischem Wege über die Homepage www.salvus.at. Die näheren Modalitäten sind dieser Website zu entnehmen.
• Einreichfrist: 31. Jänner 2013

Verleihung
Die Entscheidung über die Verleihung eines „salvus“ an die antragstellenden Unternehmen erfolgt durch einen Fachbeirat. Die Verleihung der „salvus“ – Gesundheits-Gütesiegel an die ausge-zeichneten Unternehmen erfolgt im Rahmen einer Arbeits- und Gesundheitsgala im März 2013.

    Fonds Gesundes Vorarlberg

    Interpark Focus 1, 6832 Röthis
    Österreich
    +43(0)5523 521 76 0
    [email protected]fonds-gesunde-betriebe.at

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