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KI für das Engineering & intelligente Unternehmen war Thema beim VÖSI-Software Day

01. Oktober 2021 | 08:32 Autor: VÖSI Startseite, Wien

Wien (A) Rund 160 Besucher erlebten beim fünften Software Day Top-Keynote Speaker Gerti Kappel (TU Wien) und KI-Paradeforscher Sepp Hochreiter (Uni Linz) sowie weitere 40 Expertinnen und Experten zum Thema Künstliche Intelligenz.

„Software ist heute überall angekommen, Künstliche Intelligenz ist am besten Wege dazu. Jetzt geht es darum, den Praxisbezug von KI auf den Boden zu bekommen“, sagte Peter Lieber, Präsident des Verbands Österreichischer Software Industrie (VÖSI) gestern bei der Begrüßung zum bereits fünften Software Day, der in der Wirtschaftskammer Österreich stattfand. Die Bedeutung der IT-Branche ist stetig gestiegen, „heute wird jeder 13. in Österreich erwirtschaftete Euro in der IT-Branche generiert. Die Bruttowertschöpfung der Branche macht damit rund 26,4 Mrd. Euro aus, das entspricht 7,4 Prozent der Gesamtwirtschaft Österreichs. Die IT-Branche sichert insgesamt rund 234.000 Beschäftigungsverhältnisse in Österreich, Tendenz stark steigend“, verwies Lieber auf die Ergebnisse der aktuellen VÖSI und WKO UBIT-Branchen-Studie. „KI ist zwar seit vielen Jahren bereits ein Thema, erlebt aber durch die neuen technologischen Möglichkeiten aktuell einen enormen Aufschwung. KI ist heute eine unverzichtbare Disziplin im Software Engineering – genau das sollte am Software Day sichtbar werden“, betonte Lieber.

Aber welche Modelle und Methoden sind in der Software Industrie bereits entwickelt und im Einsatz? Wie können Unternehmen mit diesen Modellen einen Wettbewerbsvorteil für ihre Mitarbeiter und Kunden generieren? Wer treibt schließlich die Entwicklung wie voran und wo steht die KI-Forschung heute? All diese Fragen wurden am Software Day in den drei thematischen Tracks „Business Tools“, „Customer Best Practice“ sowie „Meet the Expert“ behandelt. Zusätzlich wurden beim Track „IT-Unternehmertag“ Insights, Tipps und Trends aus erster Hand präsentiert.

KI Ansätze erklärt von TU Wien-Informatik-Dekanin Gerti Kappel
„AI oder IA – und die Rolle der Universitäten“ fragte Gerti Kappel, renommierte Wirtschaftsinformatik Professorin und Dekanin für Informatik der TU Wien in ihrer Eingangs-Keynote – um gleich konkret auf aktuelle KI Ansätze einzugehen. Sie erklärte symbolische KI (Artificial Intelligence im engeren Sinn, regelbasierte AI, Logik) und sub-symbolische KI (datengetriebene AI – Machine Learning, Deep Learning). „AI ist nichts anderes als Software – aber welche Form von Software bauen wir und wie bauen wir sie?“, fragte Kappel das Publikum. KI bedeute heute vor allem den Umgang mit großen Datenmengen, wichtig sei aber hier die Frage der „Explainability“ und Transparenz, das heißt „man muss verstehen, warum und wie ein KI-System Entscheidungen trifft oder etwas macht“, so Kappel. Es geht daher heute darum, „beide KI-Ansätze zu verbinden, um eine bilaterale AI zu bekommen – und damit eine Intelligent Amplification (IA) und ein optimales Zusammenspiel von Mensch und Künstlicher Intelligenz zu erreichen.“ Genau dazu wird an der TU Wien intensiv geforscht, es gibt ein interdisziplinäres und fakultätsübergreifendes Center for AIML und 2018 wurde die Inititative Digitaler Humanismus gestartet.

Keynote von KI-Top-Forscher Sepp Hochreiter
„Deep Learning – the Key to Enable AI“ – zu diesem Thema hielt KI-Forschungs-Pionier Sepp Hochreiter, Leiter des Instituts für Machine Learning der Uni Linz und Leiter des AI Labs am LIT (Linz Institute of Technolgy), die zweite große Keynote am Software Day 2021. Deep Learning sei nichts anderes wie Intelligenz basierend auf Neuronalen Netzwerken, sehr schnellen Rechnern und Big Data – und genau das sei heute sehr gut möglich. Hochreiter zeigte dabei, wie Google, Apple oder Audi aktuell auf Deep Learning und Know-how aus Linz setzen – und damit bereits jede Menge Geld verdient haben. Basis dafür ist die von Hochreiter bereits Anfang der neunziger Jahre entwickelte LSTM (Long Short-Term Memory) Technologie. Hochreiters Credo: „Wenn KI klug eingesetzt wird, kann man in den Unternehmen die Produktivität und Effizienz massiv steigern und sehr viel herausholen.“ AI habe das Potential, die jährlichen wirtschaftlichen Wachstumsraten in Österreich bis 2035 zu verdoppeln, zitierte Hochreiter eine Accenture Studie.

Mehr Sprecherinnen am diesjährigen Software Day
Explizit wurde heuer darauf geachtet, vermehrt Frauen als Sprecherinnen zu aktivieren. In der After Lunch Keynote „Killt KI den Hausverstand?“ nahm Monika Herbstrith-Lappe das Publikum auf eine humorvoll-mitreißende Reflexion zur Symbiose Mensch und KI mit. Im Panel „Erfolgsfaktoren und Technologien auf dem Weg zum smarten Unternehmen“ diskutierten Susanne Tischmann (CIO ÖAMTC), Irmgard Gmachl (Head of lab:hagenberg bei Porsche Informatik) sowie Jaqueline Wild (Head of Information Management, Mayr-Melnhof Group) unter der Leitung von WOMENinICT-Mitbegründerin Christine Wahlmüller. Im Abschlusspanel zum Thema „Intelligente Automatisierung mit KI: wohin geht die Reise?“ diskutierten Christina Debouef (Avanade, Senior Director Delivery Management), Carina Zehetmaier (Gründerin Taxtastic und Präsidentin WOMENinAI Austria) Andreas Klug (CEO ITyX und Leiter des AI Arbeitskreise im deutschen Digitalverband Bitkom) sowie Isabell Dregely (seit Juni 2021 Leiterin des Competence Centers AI & Data Analytics an der FH Technikum Wien). Dregely zeigte zudem in der Kreativzone am Software Day, wie man neuronale Netzwerke selbst programmiert. In der Kreativzone konnte mit Unterstützung der VÖSI Mitglieder HGBS und videbis auch ausprobiert werden, wie man als blinder oder stark sehbeeinträchtigter Mensch am Computer und am Smartphone arbeiten kann.

Außerdem präsentierten sich die VÖSI Special Interest Groups (SIG) WOMENinICT, Bildungswandel Digital, Enterprise Architecture Management, Safety & Security sowie die neue VÖSI SIG Accessibility in ICT am Software Day. Neben dem umfangreichen Vortrags- und Workshop-Programm gab es wie gewohnt einen Ausstellungsbereich sowie genügend Zeit zum Netzwerken und Austausch. Für die Moderation der drei thematischen Tracks konnten neben Plenum Moderator und VÖSI Vorstand Nahed Hatahet die drei IT-Journalisten Martin Szelgrad, Rudolf Felser und Christine Wahlmüller gewonnen werden.

Ableben von VÖSI Vorstand Peter Fleischmann
Überschattet war der fünfte VÖSI Software Day vom plötzlichen Tod von VÖSI Vorstand und InfraSoft Geschäftsführer Peter Fleischmann vergangene Woche, der seit 1997 im VÖSI aktiv war. „Er war ein Mann mit Handschlagqualität, ein Sir in der Software Industrie. Wir sind tief betroffen von diesem sehr schmerzlichen Verlust“, betonte Peter Lieber am Software Day.

Partner des Software Days 2021
Als Platin-Partner des Software Days 2021 agierten InfraSoft und HATAHET, weitere Partner und Sponsoren waren u.a. cbs-consulting, Enterprise Training Center (ETC), DSGVO Datenschutz Ziviltechniker GmbH, Sparx Services Europe, next layer, das AIT Austrian Institute of Technology und MP2 IT Solutions.

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