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«Just Power» am 41. St. Gallen Symposium

02. Mai 2011 | 10:48 Autor: Uni St.Gallen Vorarlberg

Am Donnerstag, 12. Mai 2011, wird das 41. St. Gallen Symposium zum Thema «Just Power» auf dem Campus der Universität St.Gallen (HSG) eröffnet.

Organisiert vom International Students‘ Committee (ISC) der HSG, bringt es am 12. und 13. Mai 600 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft mit 200 Studierenden und jungen Leistungsträgern, den «Leaders of Tomorrow», aus über 60 Nationen zusammen. Im Vorfeld des Symposiums 2011 hat das ISC zum zweiten Mal eine internationale Umfrage unter Studierenden sowie jungen Wissenschaft-lern und Unternehmern zu Themen wie dem globalen Machtgefüge oder dem Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft durchgeführt.

Persönlichkeiten wie Dominic Barton (Kanada), Global Managing Director von McKinsey & Company, Oswald Grübel (Deutschland), Group Chief Executive Officer der UBS, und Haruhiko Kuroda (Japan), Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank, werden ihre Standpunkte zum interkulturellen, interdisziplinären und generationenübergreifenden Dialog am 41. St. Gallen Symposium beitragen.

Macht und ihre Verteilung
Zum Auftakt am Donnerstagmorgen diskutieren Kamal Nath, Indiens Minister für urbane Entwicklung, Yoshimasa Hayashi , ehemaliger japanischer Verteidigungsminister, HE Yafei, Chinas Ausserordentlichen UNO-Botschafter, sowie Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Sie sprechen über Grenzen und Ziele der internationalen Politik sowie über die Rolle internationaler Institutionen in Zeiten der globalen Umstrukturierungen der politischen Landschaft.

In der Podiumsdiskussion vom Freitagnachmittag thematisieren Robert Dudley (USA), Chief Executive Officer von BP, und Jorma Ollila (Finnland), Vorsitzender von Royal Dutch Shell, unter dem Titel «Giant but powerless?» die Machtposition von Erdölkonzernen. Im Laufe des Freitags hält zudem Parag Khanna (USA), Direktor der Global Governance Initiative, eine Grundsatzrede unter dem Titel «Mega-diplomacy – a new way to run the world». Er geht dabei auf die aufgrund der globalen Herausforderungen notwendige Umverteilung von Macht in Gesellschaft und Wirtschaft ein.

Das Programm im Anhang zu dieser Medienmitteilung bietet einen vertiefenden Einblick in die Inhalte des diesjährigen St. Gallen Symposiums, inklusive Interviews mit Referenten wie  Fyodor Lukyanov (Russland), Chefredaktor von «Russia in Global Affairs».

Die komplette Referentenliste finden Sie unter: www.stgallen-symposium.org

Digitale und reale Identität
Das International Students’ Committee (ISC) hat in diesem Jahr zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit der Credit Suisse eine Erhebung unter 625 Studierenden, jungen Wissenschaftlern und Unternehmern, den «Leaders of Tomorrow», durchgeführt. Ausgewertet wurde sie vom Meinungsforschungsinstitut «gfs.bern». Die Umfrage soll die Stimmungslage junger Menschen weltweit spiegeln und die Möglichkeit bieten, über die nächsten Jahre hinweg Trends festzustellen. Unter dem diesjährigen Thema des St. Gallen Symposiums «Just Power» wurden die Teilnehmenden zu Themen wie dem globalen Machtgefüge, Kommunikationsverhalten und Sozialen Medien sowie dem Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft befragt. Aus den Antworten wurden Befunde und Thesen formuliert:

Befunde:
1. Die Finanzkrise hat zwar die globalen Machtverschiebungen zugunsten der Regulierungsinstanzen und zugunsten von China beschleunigt, berührt aber die Befragten ausserhalb der USA individuell kaum mehr. Der Finanzplatz ist wieder attraktiv geworden. Grundsätzliche Systembedenken gegenüber der Politik haben abgenommen und man befürchtet lediglich noch einen Inflationsschub. Das Unbehagen, dass sich der Staat zu stark in die Wirtschaft einmische, steigt bei den individualistisch und materialistisch eingestellten jungen Befragten bereits wieder.
2. Die Kommunikationsrevolution zeigt sich markant bei global denkenden Menschen. Das Internet ist mit grossem Abstand zu TV und Zeitungen zum wichtigsten Informationskanal der Befragten geworden. Aus Sicht einer deutlichen Mehrheit verändert Facebook das Weltgeschehen.
3. Die befragten Studierenden, jungen Wissenschaftler und Unternehmer sehen sich selbst auf der Gewinnerseite der Globalisierung. Für das eigene Land stehen für sie auch die Chancen im Vordergrund, während die Unsicherheit der Auswirkungen der Globalisierung auf die Welt
ausserhalb Westeuropas gestiegen ist.

Thesen:
1. Die Erwartungen an die Globalisierung sind für die Befragten unterschiedlich und hängen stark von der Nationalität ab. Selbst wenn sich viele dieser global denkenden jungen Menschen individuell als Sieger der Globalisierung sehen, erwartet man ausserhalb der heute reichsten Staaten auch Verlierer.
2. Die Befragten passen sich dank ihrer globalen Vernetzung schnell an Veränderungen der globalisierten Welt an. Sie informieren sich tagesaktuell und passen gerade nach Krisensituationen ihr eigenes Leben schneller an als die heutigen Eliten und sind auch flexibler, was ihre Lebensumstände betrifft. Junge, gut ausgebildete Menschen sind als «Digital Natives» heute erwachsen geworden und führen ein «Third Life» als Fusion aus digitaler und realer Identität, wobei beide Welten intensiv gelebt werden.

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