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Mag. Karin Keglevich-Lauringer, Mag. Gerald Loacker, NEOS, Barbara Bertolini

Institutioneller Altersvorsorge Herbstdialog: Betriebsrente sollte eine Selbstverständlichkeit sein

23. Oktober 2017 | 13:33 Autor: Special Public Affairs Startseite, Wien

Wien (A) Zum zweiten Mal lud Barbara Bertolini zum Institutionellen Altersvorsorge Herbstdialog ein und 80 Finanzexperten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz trafen sich in Wien, um mit Wirtschaftswissenschaftlern und hochrangigen Vertretern der Aufsichtsbehörde zu diskutieren. Ziel der Konferenz war ein Austausch über die Notwendigkeit einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) als Ergänzung zur staatlichen Pension.

„Versorgungssysteme sind komplex“, bestätigten die Vortragenden und Diskutanten einhellig. „Allerdings darf das, was in den 50er und 60er Jahren gut war, nicht kritiklos fortgeschrieben werden. Denn diese strikte Gesetzeslage ist nicht gut. Für 30 bis 40 Jährige kann sich doch etwas ändern. Die haben noch lange Zeit sich darauf einzurichten“, deponiert Prof. Dr. Johannes Martinek, von der Gesellschaft für Zukunftssicherung und Altersvorsorge - Denkwerkstatt St. Lambrecht, der eine gezielte Individualisierung und Flexibilisierung einmahnt, sowie eine Ausbalancierung des Mehrsäulensystems, damit das österreichische Pensionssystem nachhaltig wird.

Das Vertrauen in staatliche Rahmenbedingungen muss gestärkt werden, permanente Eingriffe schaden. „Auch der bemutternde Konsumentenschutz – im Sinne: Die Politiker wissen besser, was die Menschen wollen – sollte aufhören. Menschen sind durchaus in der Lage selbst für sich zu entscheiden“, mahnt Mag. Gerald Loacker, Sozialsprecher der Neos, ein, der sich auch über die mehrheitlich reflexartig negative Reaktion der Politiker zu Fragen des Kapitalmarktes und daher auch zur betrieblichen Altersvorsorge ärgert. Denn es sind gerade die Politiker und Kammerangestellten, die selbst so eine Betriebsrente nutzen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Privatwirtschaft wollen sie aber davor „schützen“. Dass die staatliche Pension in Zukunft um bis zu 25 Prozent sinken wird, ist evident. Diese Information findet man allerdings auf der Sozialministeriums-Homepage nur nach langem Suchen. „Selbst in der Schweiz“, so berichtet Prof. Dr. Peter Meier, ZHAW – Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, „tut man sich bei nötigen Pensionsadaptierungen schwer, da die politische Polarisierung sinnvolle Reformen erschwert“. Politiker sollten zur Kenntnis nehmen, dass der Kapitalmarkt es erlaubt, an der Entwicklung von vielen Volkswirtschaften teilzunehmen. Ist alles nur auf das eigene Land ausgerichtet, kann man auch nur an dessen Volkswirtschaft partizipieren, wodurch sich das Risiko erhöht.

Gerade für das Pensionssystem ist eine risiko- und ertragsoptimierte Veranlagung nötig.  Der Faktor Diversifikation ist daher in der Kapitalanlage wichtig. „Man muss jene gegensätzlichen Stabilisatoren suchen, die in Krisenzeiten die nötige positive Ergänzung bieten“, so Robert Koch, Fisch Asset Management AG Zürich. Und Michael Strating, Robeco Rotterdam setzt auf den Multifaktor Aktien und bevorzugt eine quantitative Anlagestrategie, die eine sehr geringe Volatilität aufweist.

Um allerdings auch den KMUs  die bAV näher zu bringen, bedarf es einiger Anstrengungen, wie man das auch in Deutschland nach Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes sieht. Nur wenn auch die Unternehmer und Unternehmerinnen selbst daran partizipieren können und die steuerlichen Rahmenbedingungen passen, wird das gelingen können.

Was die Aufsicht betrifft, so wurde festgehalten, dass es wichtig sei, dass sich diese nicht zu weit von den Marktteilnehmern entfernen darf, sonst ist der Dialog gefährdet. Bei der sehr emotional geführten Debatte über das von der EU vorgeschlagene Pensionsvorsorge Produkt PEPP (Pan European Pension Product), war man sich mehrheitlich einig, dass es unnötig sei. „Das ist typisch ein Vorschlag von einer Behörde, die keine Ahnung hat, was die Menschen und der Markt wirklich benötigen. Darüber hinaus ist es nicht verständlich, dass eine Aufsichtsbehörde von sich aus ein europaweit geltendes Vorsorgeprodukt ausarbeitet. Da sollte man den Anfängen wehren“, so Klaus Stiefermann, Geschäftsführer der aba-Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung, Berlin.  

Bei einem lukullischen Galadinner wurde weiter diskutiert. Besondere Stimmung brachte die von Mag. Martin Vörös, Finanzvorstand von der VBV Vorsorgekasse AG, am Schlagzeug geleitete Band Point 7.

Teilgenommen haben ua: Mag. Martin Schiendl, Vorstandsmitglied VBV Pensionskasse AG, Andreas Csurda, Vorstandsmitglied Allianz Pensionskasse, Mag. Martin Sardelic, Vorstandsvorsitzender Valida Vorsorge Management AG, KR Mag. Christian Böhm, Vorstandsmitglied, APK Vorsorgekasse und PensionsEurope, Wien-Brüssel, Hansjörg Müllerleile, Director Corporate Pensions, Bosch Pensionsfonds, Stuttgart, Frank Oliver Paschen, Vorstandsmitglied Dresdener Pensionskasse, Kulmbach, DI Wolfgang Weisz, Leiter Abteilung Betriebliche Altersvorsorge, Allianz Elementar Lebensversicherungs-AG, Wien, Philipp Good, Portfolio Management, CEO, Fisch Asset Management AG, Zürich, Franziska Vogt, Clients & Markets Sales & Relationship Management, Österreich/Wholesale Deutschland, Wolfgang Wienert, Leiter Risikomanagement ERGO Versicherung AG, Wien, Reza Machdi-Ghazvini, Berater Institutionelle Kunden, Robeco, Frankfurt, DI Markus Zahrnhofer, Co-GF Metis Investment GmbH, Merkur Versicherung AG, Graz, DI Christoph Hofstetter, Treasurer Vienna Insurance Group, DI Wolfgang Herold, Behördliche Aufsicht Versicherungen Pensionskassen, FMA – Finanzmarktaufsicht Österreich, Sandra Hübner, Mitglied GF, Relationsmanager, MetallRente, Berlin, Dr. Johannes Kronthaler, Director Audit KPMG Austria, Oliver Grossmann, Managing Director, AviaRent Invest AG, München, Dr. Georg Thurnes, Vorstandsmitglied aba-Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge, Berlin, Mag. Stefan Kargl, Leitung Niederlassung Österreich, LMM Investment Controlling, Wien-Liechtenstein, Günther Kahlfuss, Leitung Vertriebskoordination Betriebliche Altersvorsorge Österreich, Donau Versicherung Vienna Insurance Group, Mag. Karin Keglevich-Lauringer, Special Public Affairs PR und Lobbying GmbH, Mag. Franz Partsch, Director Treasury Department, OeNB - Österreichische Nationalbank

  • Dr. Georg Thurnes, aba, München, Frank Oliver Paschen, Dresdener Pensionskasse, Kulmbach, Dr. Andreas Jurk, Pensionskasse der Barmer Ersatzkasse, Wuppertal, Manfred Purps, SOKA-Bau Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes, Frankfurt
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  • v.l.n.r. Jonas F. Randlinger, Bundespensionskasse AG, Veronika Haslauer, Wüstenrot Versicherung AG, Reza Machdi-Ghazvini, Robeco
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  • v.l.n.r. Sibylle Kampschulte, Willis Towers Watson, Johannes M. Martinek, Denkwerkstatt St. Lambrecht, Wolfgang Weisz, Allianz Elementar Lebensversicherung, Frank Oliver Paschen, Dresdener Pensionskasse, Mag. Günther Schiendl, VBV-Pensionskasse AG, Mag. Gerald Loacker, NEOS
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Barbara Bertolini – Special Public Affairs und Konferenzen

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