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Stefan Dörfler, CFO der Erste Group

Erstes Halbjahr der Erste Group: Solide Erträge und niedrige Risikokosten

30. Juli 2021 | 09:02 Autor: Erste Group AG Startseite, Wien

Wien (A) Die Erste Group konnte ihre starke Geschäftsentwicklung im Jahr 2021 fortsetzen. Sie verzeichnete im ersten Halbjahr 2021 einen Anstieg ihres Betriebsergebnisses um 24% auf EUR 1,69 Milliarden. Getragen wurde das durch einen soliden Zinsüberschuss, einem deutlichen Wachstum der Provisionserträge sowie dem starken Anstieg des Handels- und Fair-Value-Ergebnisses. Das Risikoumfeld zeigte sich im Verlauf des ersten Halbjahres wieder freundlicher, was die Risikovorsorgen für faule Kredite auf EUR 83 Mio. abschmelzen ließ. Im Vorjahreszeitraum betrugen die pandemiebedingten Risikokosten noch EUR 675 Mio. Der Nettogewinn der Gruppe stieg zum Halbjahr auf 918 Millionen Euro (H1/2020: 294 Millionen Euro). Der Vergleich zu einem Vor-Corona-Jahr: 2019 betrug der Nettogewinn zum Halbjahr 732 Millionen Euro.

Stefan Dörfler, CFO der Erste Group: "Als Bank, die eng mit der Realwirtschaft verbunden ist, spiegelt sich der Wirtschaftsaufschwung in unserer Bilanz wider. Eine solide Ertragslage, stabile Kosten und ein im Vergleich zum Corona-Jahr 2020 deutlich geringeres Volumen an Risikovorsorgen haben zu einer deutlichen Verbesserung unseres Halbjahresergebnisses beigetragen. Für das Gesamtjahr 2021 sind wir vorsichtig optimistisch, weil wir uns bewusst sind, dass vieles vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängt."
 
Betriebserträge steigen um 9,2%
Der Zinsüberschuss stieg im ersten Halbjahr 2021 vor allem wegen bilanzieller Einmaleffekte im Zusammenhang mit den längerfristigen Refinanzierungsgeschäften der Europäischen Zentralbank (TLTRO III) in Österreich und in der Slowakei um 2,2% auf EUR 2,45 Mrd. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich im gleichen Zeitraum aufgrund guter Entwicklungen im Zahlungsverkehr, der Vermögensverwaltung und dem Wertpapiergeschäft um knapp 15% auf EUR 1,10 Mrd. Das Handels- und Fair-Value-Ergebnis erhöhte sich auf knapp EUR 127 Mio, verglichen mit EUR 9 Mio im Vorjahreszeitraum deutlich. Insgesamt stiegen die Betriebserträge somit um 9,2% auf EUR 3,79 Mrd.

Kosten im Griff
Der Verwaltungsaufwand konnte dank striktem Kostenmanagement um 0,6% auf EUR 2,10 Mrd reduziert werden - unterstützt von gesunkenen Personalaufwendungen (-1,3%) in Höhe von EUR 1,25 Mrd.  Der Personalstand der Erste Group sank im Vergleich zum Jahresultimo 2020 um 1,2% auf 45.124 (Vollzeitäquivalente). Die Sachaufwendungen entwickelten sich leicht rückläufig auf EUR 581 Mio (-0,4%) – trotz eines deutlichen 18%igen Anstiegs der Aufwendungen für Beiträge in Einlagensicherungssysteme auf EUR 109 Mio. Die für 2021 erwarteten Beiträge wurden bereits fast gänzlich verbucht. Die Abschreibungen stiegen um 2,6% auf EUR 273 Mio.

Betriebsergebnis erhöht sich um 24%
Das Betriebsergebnis konnte um 24% auf EUR 1.69 Mrd gehoben werden und die Kosten-Ertrags-Relation verbesserte sich auf 55,5% (60,9% im H1 2020). Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten ("Risikokosten") belief sich aufgrund von niedrigeren Nettodotierungen auf EUR -83 Mio bzw. auf 10 Basispunkte des durchschnittlichen Bruttokundenkreditbestands. 2020 betrugen die Vorsorgen noch EUR -675 Mio bzw. 82 Basispunkte. Die NPL-Quote bezogen auf Bruttokundenkredite verbesserte sich auf 2,5% (2,7% zum 31. Dezember 2020). Die NPL-Deckungsquote stieg auf 91,4% (88,6%).

Nettoergebnis: Starkes Betriebsergebnis, geringere Risikokosten

Der sonstige betriebliche Erfolg belief sich auf EUR -172 Mio im Vergleich zu EUR -170 Mio im Vorjahr. Die im sonstigen betrieblichen Erfolg für das gesamte Jahr 2021 erfassten Aufwendungen für jährliche Beitragszahlungen in Abwicklungsfonds stiegen – am stärksten in Österreich und in Rumänien – auf EUR 108 Mio (EUR 94 Mio). Der 37%ige Rückgang der Bankenabgaben auf EUR 52 Mio (EUR 83 Mio) ist vor allem auf den Wegfall der Bankensteuer in der Slowakei zurückzuführen. Derzeit sind in zwei Kernmärkten Bankenabgaben zu entrichten: In Ungarn entfielen auf die Bankensteuer für das gesamte Geschäftsjahr EUR 14,9 Mio (EUR 14,3 Mio) sowie weitere EUR 23,3 Mio (EUR 22,3 Mio) auf die Transaktionssteuer für das Halbjahr. Die Bankensteuer in Österreich lag bei EUR 13,9 Mio (EUR 12,6 Mio).

Die "Steuern vom Einkommen" stiegen um 105% auf EUR 287 Mio. Das den Minderheiten zuzurechnende Periodenergebnis verbesserte sich infolge deutlich höherer Ergebnisbeiträge der Sparkassen um 202% im Jahresvergleich auf EUR 229,8 Mio. Das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis ("Nettoergebnis") stieg dank des starken Betriebsergebnisses und der niedrigen Risikokosten auf EUR 918 Mio (EUR 293,8 Mio). Im Vergleich zu einem Vor-Corona-Jahr: 2019 betrug der Nettogewinn zum Halbjahr 732 Millionen Euro.  

Rückkehr zu progressiver Dividendenpolitik
Nach dem Beschluss der Hauptversammlung wurde bereits im Mai 2021 eine Bardividende von EUR 0,5 je Aktie für das Geschäftsjahr 2020 ausgeschüttet. Darüber hinaus beabsichtigt die Erste Group im vierten Quartal 2021 - im Einklang mit den Empfehlungen der EZB und vorbehaltlich der Zustimmung einer außerordentlichen Hauptversammlung - eine weitere Ausschüttung von EUR 1 je Aktie vorzunehmen. Für das Geschäftsjahr 2021 plant die Erste Group eine Dividende von EUR 1,6 je Aktie. Für das laufende Geschäftsjahr wurden EUR 0,8 je Aktie im regulatorischen Kapital berücksichtigt.  

Kreditvolumen und Einlagen wachsen
Die Bilanzsumme stieg seit Jahresbeginn um 9,4% auf EUR 303,4 Mrd. Auf der Aktivseite erhöhten sich Kassenbestand und Guthaben insbesondere in Österreich auf EUR 48,4 Mrd (EUR 35,8 Mrd zum 31. Dezember 2020). Die Kundenkredite erhöhten sich auf EUR 172,1 Mrd, was einer Steigerung von 3,7% entspricht.

Passivseitig gab es einen deutlichen (+40%) Zuwachs bei den Einlagen von Kreditinstituten auf EUR 34,6 Mrd, bedingt durch ein höheres Refinanzierungsvolumen bei der EZB (TLTRO III). Die Kundeneinlagen stiegen erneut in allen Kernmärkten – insbesondere in Österreich und in Tschechien – um 7,9% auf EUR 206,3 Mrd. Das Kredit-Einlagen-Verhältnis sank von 86,9% zum Jahresende 2020 auf 83,4%. Die Common Equity Tier 1 Ratio (CET1, final) der Bank lag Ende Juni unverändert bei starken 14,2%.

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