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Josef FRITZ, BOARD SEARCH

Postenschacher, Beziehungsräte und Bilanzskandale beim Clubhouse Talk von Board Search

28. Juni 2021 | 08:13 Autor: Boardsearch Startseite, Wien

Wien (A) Spannend ging es jüngst auf der US-Social Media App Clubhouse zu. Im auf den Audioraum konzentrierten Format kommt dem Hören - besonders Zuhören- Bedeutung zu. Im AUFSICHTSRATS-Talk von Rudolf X. Ruter war Josef FRITZ, geschäftsführender Gesellschafter von BOARD SEARCH, zum Thema „Aktuelles aus der österreichischen Aufsichtsratslandschaft“ Gastsprecher.

Mit der Erfahrung aus mehr als 1.000 Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen plauderte der Doyen aus Österreich mit seinem Stuttgarter Gastgeber über Themen wie
•    Unterschied zwischen dem deutschen und österreichischen Aufsichtsratsgeschehen
•    Die „causa prima“ - ÖBAG
•    Postenschacher versus Headhunting
•    Wer sind die Hüter einer funktionstüchtigen Corporate Governance
•    Top Leistungen eines Aufsichtsrates
•    Kriterien einer „State of the Art“ Gremientätigkeit
•    Unabhängigkeit als DER zukünftige Trend in der Aufsichtsrats-Arbeit

Intensiv diskutiert wurde die Frage, ob ein Aufsichtsrat die Eigentümer / Aktionäre vor Bilanzfälschung und -manipulation schützen kann. Josef FRITZ bejaht und sieht dies als zentrale Aufsichtsratsverantwortung. Bilanzmanipulationen passieren nie nur in einem Jahresabschluss, sondern haben eine „Vorlaufzeit“ wie die Beispiele Commerzialbank oder Wirecard eindrücklich beweisen.

Schon 2016 zeigte der Zatarra Report, wie Geldwäsche und Betrug bei Wirecard erfolgten. Die mittlerweile als maßgeblich für die finale öffentliche Betrugsaufdeckung geltenden Berichte der renommierten Financial Times im Jahr 2019 über die Wirecard Verfehlungen fußten auf qualifizierten Whistleblower Aufdeckungen. Und dennoch…all das wurde als unglaubwürdig abgetan und die Financial Times von Wirecard sogar verklagt. Die gravierenden internen Anschuldigungen wurden ausgerechnet dem für die Manipulation hauptverantwortlichen Finanzvorstand „zur Aufklärung“ übertragen“. So konnten die zutreffenden Warnhinweise im Keim erstickt, Aufdecker mundtot gemacht und das Kartenhaus noch bis zum Juni 2020 weitergebaut werden.

Die Parallelen zur Commerzialbank Mattersburg sind frappant: Aufsichtsräte, die der Kategorie „3 F – Family, Friends and Fools“ zuzuordnen bzw., die nicht auf der Höhe der Zeit sind und deren Agieren durch mangelnde Unabhängigkeit beeinträchtigt ist. Wirtschaftsprüfer, denen „nichts auffällt“, Aufsichtsbehörden, die trotz glaubhafter und präziser Whistleblower Aufdeckungen nicht einschreiten….
Diese Fragen und Antworten leiteten konsequenterweise zu 2 Schwerpunkten weiter:
Wie wird man Aufsichtsrat?
Wie unterscheidet sich das Aufsichtsrat-Procedere in Deutschland und Österreich?
In beiden Ländern erfolgen Besetzungen teilweise noch immer auf der Beziehungsebene. Dies ist aber einem professionellem Agieren im Aufsichtsrat abträglich, wie nicht nur öffentlichkeitswirksame

Skandale zeigen. Gestiegene Anforderungen und Qualifikationen sowie das Damoklesschwert der persönlichen Haftung vertragen sich nicht mit „Schönwetterbestellungen“ und Beziehungsräten.
Hinterfragt wurde auch, über welche Fähigkeiten denn ein Aufsichtsrat oder Beirat im 21. Jahrhundert verfügen muss. Josef FRITZ verwies auf wichtige Kriterien, die einen gut zusammengesetzten Aufsichtsrat und ein auch professionell agierendes Gremium ausmachen.

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