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Das war der FM-Day 2021: Veränderung leben. Chancen nutzen.

14. Oktober 2021 | 13:42 Autor: Facility Management Austria Startseite, Wien

Wien (A) Der Blick über den Tellerrand hat beim FM-Day Tradition. Daher wurden bei der Konferenz, die heuer wieder im Park Hyatt Vienna stattfand und zu der rund 250 BesucherInnen gekommen bzw. live zugeschalten waren, zum Beispiel auch Computerspiele, die enormen Umsatzrückgänge der heimischen Hotels, „Pseudo-in-die-Arbeit-Pendeln“ und ein 28 Quadratmeter großer Zirkuswagen thematisiert.

Als Doris Bele im Namen der Facility Management Austria und Georg Stadlhofer im Namen der IFMA Austria die TeilnehmerInnen begrüßten, mussten sie das heurige Generalthema nicht weiter erläutern. Jeder hat in den letzten Monaten aufgrund der Corona-Krise mit Veränderungen umgehen müssen, aber die wichtige Frage ist: Wie macht man die Erfahrung einer Krise produktiv und nutzt die dabei sich ergebenden Chancen?

Etwa beim Umbruch in der Bauwirtschaft – schon die Eröffnungs-Keynote von Hubert Rhomberg (Rhomberg Holding) zeigte, was alles möglich ist. Während andere über Facharbeitermangel klagen, setzt Rhomberg seinen Mitarbeitern eine Computergaming-Brille auf, simuliert eine ganze Baustelle im Schnelldurchlauf und lässt dabei den erfahrenen Polier das Wissen an die Jungen weitergeben. Und während wieder andere über hohe Grundstückskosten jammern, entwickelt Rhomberg einen automatisierten Crawler, der Grundstücksdaten und das Grundbuch durchforstet und an genau definierte Eigentümer einen automatisierten Brief schreibt, in dem ihnen ein auf ihr freies Grundstück zugeschnittenes Immobilienprojekt vorgeschlagen wird. Möglich wurde das allerdings erst durch wieder eine andere Innovation, nämlich durch die systematisierte, vorgefertigte Holzhybrid-Bauweise.
Das Jammern liegt auch Michaela Reitterer (Österreichische Hotelvereinigung) fern, obwohl die Hotelbranche allen Grund dazu hätte. Auch sie zeigte in ihrem Vortrag, wie man die Krise als Chance sehen kann und was man nun anpacken muss. In dieser Tonalität ging es dann auch weiter, etwa als der Saal über MitarbeiterInnen, Unternehmenskultur, neue Arbeitsmodelle und -welten diskutierte – mit ganz konkreten Ratschlägen wie dem „Fake-Pendeln“. Dabei handelt es sich um eine Routine, die beim Homeoffice die Abgrenzung von Arbeit und Privatsphäre erleichtert. Man geht einfach vor dem Beginn und vor dem Beenden der Arbeit eine Runde spazieren und schafft so eine Pufferzone zwischen den beiden, nun nicht mehr räumlich getrennten Bereichen.

Besonders viel Aufmerksamkeit wurde dem Thema „Klimawandel und Nachhaltigkeit“ gewidmet. Hierzu wurden sowohl sehr konkrete Studienergebnisse und technische Zahlen präsentiert als auch soziologische Aspekte aufgezeigt, die die Wünsche der jungen Menschen betreffen. Überraschend etwa: 83 Prozent der Jungen wollen einen Vollzeitjob haben, die meisten auch eine Fixanstellung. Dabei wollen sie aber sehr viel Freiheit und Selbstbestimmung – etwa hinsichtlich der Arbeitszeit und des -ortes, wie eine Studie im Auftrag der Leitbetriebe Austria herausfand.

Zum Lachen wie Nachdenken brachte schließlich Roland Düringer das Publikum. Er gestand auch seine Neigung zu Tiny Houses; so habe er einmal in einem 28 Quadratmeter großen Zirkuswagen gewohnt und dabei auf viele moderne „Errungenschaften“ wie Handy, Massenmedien und Auto verzichtet. Die kleine Wohnfläche sei zwar gemütlich gewesen, aber ein Verzicht. Düringer: „Weniger ist weniger, es ist einfach so“.

Neben Vor- und Beiträgen wie diesen stellten Facility Management Austria und IFMA Austria einige Publikationen, die in den letzten Monaten von den ehrenamtlich tätigen Vorständen und Mitgliedern erarbeitet wurden, vor – darunter ein Leitdokument zur Digitalisierung für das Facility Management, ein Flyer über Krisenmanagement, ein White Paper zu Energieeffizienz und Klimaschutz sowie ein weiteres White Paper zu den sich überschneidenden Themenfeldern Facility Management und Human Resources.

Und was nimmt die Facility Management-Branche an Erfahrungen aus der Pandemie-Krise mit? Die FM-Branche wurde sichtbarer, sie wurde zum Helfer in der Not. Daher sei der Respekt gegenüber dem FM gestiegen, die Branche werde nun als gesellschaftsrelevant wahrgenommen werden, hieß es.

Der FM-Day 2022 findet am 21. September 2022 wieder im Park Hyatt Vienna statt.

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