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Veranstalter Susanne Kalss und Werner Hoffmann. (Foto: Andreas Kowacsik)

Aufsichtsräte als Sparringpartner in der Krise: 11. Österreichischer Aufsichtsratstag 2021 am 5. Juli

01. Juni 2021 | 14:26 Autor: APA-OTS Startseite, Wien

Wien (A) Die Initiatoren des bereits 11. Österreichischen Aufsichtsratstags, Susanne Kalss, WU-Professorin und Leiterin des Instituts für Unternehmensrecht, und Werner H. Hoffmann, Leiter des WU-Instituts für Strategisches Management, gehen heuer der Frage nach, wie der Aufsichtsrat Unternehmen nach der Pandemie wieder zum Aufschwung verhelfen und in Zeiten hoher Unsicherheit begleiten kann. Dazu konnten mehrere Top-Vortragende gewonnen werden, darunter der ehemalige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Strabag SE, Georg Pölzl, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Österreichischen Post, und Herbert Ortner, Vorstandsmitglied der B&C Privatstiftung und Mitglied mehrerer Aufsichtsräte.

Die steigenden Impfzahlen und die Öffnungen nach dem Lockdown sind ein deutliches Zeichen und positives Signal für den unternehmerischen Aufschwung, der wieder folgen wird. Die Unternehmen in den verschiedenen Branchen sind jedoch völlig unterschiedlich von Corona betroffen.

"Der Aufsichtsrat ist nun vielfach und auf völlig verschiedenen Ebenen gefordert, die Zeit nach und mit Corona mit Zuversicht, kritischer Unterstützung und Achtsamkeit zu begleiten", so Susanne Kalss. Während der gesamten Pandemie war auch der Aufsichtsrat mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

In einigen Branchen schoss während der Pandemie der Umsatz in die Höhe, ein Hoch an Aufträgen war in dieser schwierigen Zeit zu begleiten. Andererseits waren aber auch massive Einbrüche sowie Umsatzausfälle zu bewältigen.

Die Aufsichtsratsarbeit war und ist zudem noch immer von hoher Unsicherheit geprägt. Neuerungen im Aufsichtsratsrecht wurden ebenfalls umgesetzt, wie die virtuelle Versammlung und Beschlussfassung. Am Österreichischen Aufsichtsratstag will man diese Themen nun praxisnah analysieren und diskutieren sowie gleichzeitig Impulse für die Weiterentwicklung der Aufsichtsratstätigkeit geben.

Digitalisierungsschub in der Krise

Digitalisierung beeinflusst Governance und Entscheidungsprozesse in Unternehmen
2020 hat einiges an Veränderungen gebracht, auch für das Aufsichtsratsamt. Die Corona-Pandemie hat in vielen österreichischen Unternehmen für einen Digitalisierungsschub gesorgt. So mussten neben Produktionsabläufen in vielen Unternehmen auch Koordinations-, Kommunikations- und Vertriebsprozesse geradezu blitzartig neu ausgerichtet werden.

"Aus Unternehmenssicht ist es unabdingbar, dass Entscheider den möglichen Business Impact neuer Technologien, wie Cloud Computing, verstehen und im Unternehmenskontext bewerten können. Hier kommt der Aufsichtsrat als Sparringspartner ins Spiel, um zu diskutieren, welchen Nutzen technologische Innovationen stiften und wie sie betriebswirtschaftlich sinnvoll implementiert werden können", so Hoffmann.

Wie der Aufsichtsrat die digitale Transformation effizient begleiten kann und wie sich dadurch die Zusammenarbeit mit dem Vorstand verändert, dazu werden am Aufsichtsratstag Georg Pölzl, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Österreichischen Post, und Edith Hlawati, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Österreichischen Post, sprechen.

Kritisches Begleiten für neue Aufgaben

Viele Unternehmen standen 2020 vor der Herausforderung, Kundenbedürfnisse auf neue Art – großteils digital – zu bedienen, neue Vertriebswege und Dienstleistungen sowie Services zu entwickeln und auszubauen. Die Corona-Pandemie hat auch die Nachhaltigkeits-Debatte in der Gesellschaft vorangetrieben. Sie war vielerorts ein Auslöser darüber nachzudenken, sozial, ökologisch und ökonomisch ganzheitlicher zu planen und zu handeln.

"Die Entwicklung nachhaltiger Produkte und ökologisch ausgerichteter Kreisläufe bietet Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile. Nachhaltigkeit wird daher ein Treiber von gesundem Wachstum und Transformation sein", so Werner H. Hoffmann.

„Der Aufsichtsrat muss den Vorstand jetzt auch dabei begleiten, Investitions- und Entwicklungschancen, die sich rund um das Nachhaltigkeit- und Innovationsmanagement ergeben, optimal zu nutzen und das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen“, ergänzt Susanne Kalss.

Aus diesem Anlass gehen beim Österreichischen Aufsichtsratstag Anette Klinger, Geschäftsführung IFN Beteiligungs GmbH (Internorm), Herbert Ortner, Vorstandsmitglied B&C Privatstiftung, und Herbert Kasser, Generalsekretär im BMK, der Frage nach, was Unternehmen für die nächsten zehn Jahre stark macht und wie der Aufsichtsrat hier einzubinden ist und unterstützen kann.

Aufsichtsräte als Berater
Der Aufsichtsrat hat heute nicht mehr nur reine Kontrollfunktion, sondern nimmt eine wichtige Beraterrolle ein, insbesondere was die strategische Ausrichtung des Unternehmens betrifft.
Durch die immer komplexeren gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, aber auch durch den technologischen Fortschritt, werden Aufsichtsräte verstärkt gefordert. Kontrolle ist wichtig und Regeln müssen eingehalten werden.

Der Aufsichtsrat hat den Fokus auf einen angemessenen Risiko-Appetit und ein ausgewogenes Chancen- und Risikomanagement zu legen. Alfred Gusenbauer, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Strabag SE, Signa Prime und Signa Development AG, diskutiert in diesem Zusammenhang mit den Teilnehmern am 5. Juli an der WU auch, welche Wirkungsmacht und Gestaltungsmöglichkeiten der Aufsichtsratsvorsitzende in international tätigen Unternehmen tatsächlich besitzt.

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