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Jiří Ščobák

Unternehmenskultur braucht ständig Inspiration - World of Tomorrow am 20.4.2017

03. April 2017 | 09:03 Autor: Media Project Agency Österreich, Wien

Bratislava (SK) Er tanzt, bloggt und hätte daheim gern einen Zoo, wenn ihn die Ehefrau nur ließe. Und er möchte, dass sich die Chefs slowakischer Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten, deshalb hat er für den 20. April fünf internationale Redner zur Konferenz World of Tomorrow nach Bratislava eingeladen. Jiří Ščobák.

Sie haben viele Leidenschaften, eine davon ist ein etwas eigenartiger Tanz. Welcher?
JS: Seit 1988 zählt der moderne amerikanische Country Dance zu meinen größten Hobbies, der Square Dance genannt wird. Ein Jahr später habe ich angefangen, ihn zu unterrichten, ich gründete einen Club in Prag und dort besuchte uns eine Tänzerin aus einem Partnerclub, die mir gefiel. Nach sechs Monaten Pendeln zwischen Prag und Bratislava fand ich in der Slowakei eine Anstellung und ließ mich hier nieder. Die Tänzerin habe ich am Ende nicht geheiratet, erst eine andere.

Es geht bei Ihnen nicht nur um Square Dance, Sie bloggen auch viel über Aquaristik.
JS: Als ich fünfzehn war, hatte ich kein Haustier. Also hab ich meinen Eltern gesagt, sie sollen mir die Grundlagen geben, den Rest besorge ich schon selbst. Sie schenkten mir ein Aquarium und innerhalb von drei Jahren hatte ich einen Haufen Nagetiere, Schaben, einen Skorpion, Wasser- und Laubfrösche, insgesamt 54 Tierarten. Als ich meine jetzige Frau traf, waren dann Zierfische das Einzige, was sie mir erlaubte. Meine Frau ist froh, dass sie keine Madagaskar-Fauchschaben daheim hat, aber die wären nicht so ein Problem, eher schon die Grauschaben. Die sind schneller und vermehren sich besser.

Nach Kakerlaken und Aquaristik organisieren Sie nun Business-Konferenzen. Viele Unternehmen sind skeptisch, denn Konferenzen gibt es viele und sie meinen, dass sie dort nichts von wesentlicher Bedeutung für ihr Unternehmen und das Leben erfahren. Wodurch will die Ihre sich da unterscheiden?
JS: Man muss sie erleben. Gute Redner zeichnen sich dadurch aus, dass Sie die Worte, die Sie von ihnen hören, schon oft gehört haben, aber aus ihrem Mund machen sie Ihnen neue Zusammenhänge begreifliche. Je mehr Sie wissen und je höher auf der Hierarchieleiter Sie stehen, umso mehr werden Sie den Redner verstehen. Und bei der World of Tomorrow wird es auch um neue Ideen gehen. Keiner der Redner ist jemals in der Slowakei aufgetreten (und drei von ihnen auch nicht in Österreich). Einer von ihnen, Robert Phillips, war der CEO der weltgrößten PR-Agentur Edelman. Er wird über die Probleme von Firmen im Ausland sprechen, wir werden daher erfahren, was mit Sicherheit auch uns erwartet. Im vergangen Jahr wurden wir mehrfach von den Abstimmungsergebnissen bei Wahlen und Volksabstimmungen überrascht. Das ist auch das Resultat moderner Technologien. Ein weiterer Redner, Gerd Leonhard, hat im Herbst ein Buch über die Koexistenz von Technologien und dem Menschen herausgebracht. Er meint, dass der Technologiemarkt sich exponentiell entwickelt wird und die Menschheit umso mehr beeinflussen wird. Demgegenüber entwickelt sich die Menschheit selbst linear.

Seien wir konkreter. Versuchen wir, uns in die Situation eines Unternehmenschefs zu versetzen. Was bringt ihm dieser Tag?
JS: Auf der Konferenz beantworten wir drei Fragen: Wie verändern sich der Markt und meine Kunden in den nächsten Jahren? Welche neuen Kommunikations- und Führungsmodelle werden künftig funktionieren? Ist es möglich, erfolgreich zu sein und gleichzeitig Mensch zu bleiben? Wenn der Redner Dietmar Dahmen über Adaptation spricht, wird er über Leadership sprechen, was das ist, was jeder Geschäftsführer unabhängig von der Größe des Unternehmens macht. Er muss ein Leader sein, er muss mit den Kunden kommunizieren können und überlegen, was mit ihnen passiert. Zum Beispiel der Redner Mark Gallagher, der dreißig Jahre lang Chef dreier Formel-1-Teams war, geht davon aus, dass die Formel-1 ein kundenorientiertes Produkt ist. Er meint, dass Sie ständig auf den Beinen sein müssen und schauen, wo Ihre Kunden 2020 sein werden.

Kann man denn überhaupt mit Sicherheit vorhersagen, was 2020 passieren wird?
JS: Die Leute, die wir in die Slowakei bringen, sind Redner, denen im Ausland die Spitzen großer Firmen Gehör schenken. Hier geht es nicht nur um Vorhersage, sondern das Gestalten des Marktes. Auf Konferenzen gibt es oft nur einen internationalen Key Note Speaker, die übrigen sind aus dem Gastgeberland, man kennt sie, sie gehen nicht in die Tiefe. Mit jedem der Redner auf der World of Tomorrow habe ich, oft wiederholt, eine halbe bis dreiviertel Stunde gesprochen und ihnen erklärt, wie die Situation bei uns aussieht und was das Publikum erwartet und benötigt. Robert Phillips habe ich zum Beispiel aufgetragen, dass es uns nicht reichen wird zu wissen, wie die Kommunikation der Zukunft aussehen wird, sondern dass wir auch Beispiele internationaler Unternehmen brauchen, die dank neuer Kommunikationsmodelle erfolgreich sind.

Die Redner haben nur einen Tag, manche bemühen sich eher, ihr Publikum durch ihr Charisma für sich einzunehmen, die Zeit könnte nicht ausreichen, ihre Erfahrung zu vermitteln.
JS: Zur Inspiration reicht ein Augenblick. Und von diesen wird es am 20. April bestimmt mehr als genug geben. Was das Charisma angeht, habe ich Redner ausgewählt, die weit mehr zu bieten haben. Darüber hinaus wird auch der Ideenaustausch nicht zu kurz kommen. Zum Beispiel wird Prinz Carlos de Bourbon de Parme, Mitglied des niederländischen Königshauses, die Hälfte seiner Zeit der Diskussion mit dem Publikum widmen. Und wir haben die hervorragende Moderatorin Daniela Zeller aus Österreich, die selbst eine bekannte Persönlichkeit ist und mehrere Bücher zu Kommunikation und Rhetorik verfasst hat und die Redner anleiten wird, praxisbezogen zu bleiben.

Viele gehen Business-Konferenzen inzwischen deshalb aus dem Weg, weil sie sich diese interessanten Redner auch in frei zugänglichen Videos im Internet anhören können. Welchen Sinn hat es, sie sich persönlich anzuhören?
JS: Sie live zu erleben ist etwas anderes. Wenn der Redner zu Ihnen kommt, wird er seinen Auftritt Ihren Bedürfnissen anpassen. Außerdem geht es ums Networking. Es sind fünf Redner, die nacheinander auftreten und aufeinander reagieren können. Phillips und Gallagher haben beispielsweise etwas gemeinsam. Beide waren in hohen Positionen in Großunternehmen tätig, beiden hat das nicht genügt, sie sind gegangen, haben Bücher geschrieben und veranstalten Vorlesungen. Wenn Sie als Spitzenmanager auf hohe Positionen gelangen, kommt die Frage auf, von wem Sie noch lernen können. Sie können sich noch mit anderen CEOs treffen, aber es gibt wenige, die über mehr Erfahrungen verfügen, mehr erlebt haben als Sie und bereit sind darüber zu reden. Diese fünf Redner sind es.


Das Gespräch führte Michal Novota für die slowakische Wochenzeitung Týždeň.
Übersetzung ins Deutsche: Thomas Franke

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