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Werner Purgathofer, Ken Perlin, Andrew Glassner, Julia Schnabel, Oliver Deussen und Gerd Hesina.

Neueste Forschungserkenntnisse im Visual Computing war Thema beim Symposium von VRVis

01. Feber 2019 | 11:50 Autor: VRVis Startseite, Wien

Wien (A) Das Forschungszentrum VRVis holt internationale Experten für eintägiges Symposium zu Machine Learning, Mixed Reality, Rendering und Computer Vision nach Wien. Zum bereits sechsten Mal lud das Wiener VRVis Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung hochkarätige Vortragende aus dem Bereich der Computergraphik zum biennalen Symposium „Visual Computing Trends“ ein.

Vier Experten gaben vor 250 Gästen einen Überblick über die aktuellsten wissenschaftlichen Entwicklungen im Visual Computing und sprachen über neueste Forschungsergebnisse im Bereich der künstlichen Intelligenz, Computer Vision sowie Mixed Reality und Rendering. Gerd Hesina Geschäftsführer des VRVis sieht die zunehmende Bedeutung von Visual Computing in der hohen Teilnahme von rund 250 Gästen gespiegelt: „Die Verarbeitung von Daten zu anschaulichen Bildern und verständlichen Informationen nimmt in einer immer komplexer werdenden Welt eine immer wichtigere Rolle ein – die besondere Bedeutung der Schlüsseltechnologie Visualisierung zeigt sich daran, dass bei unserem Symposium sowohl Gäste aus der Wissenschaft, aber auch branchenübergreifend aus Wirtschaft und Industrie anwesend sind.“ Dies liege daran, dass Visual Computing eine Querschnittstechnologie sei, wie Hesina betont: „Von der Automobilindustrie über den Energiesektor, die Biomedizin oder die Infrastruktur, es gibt kaum einen Bereich, der ohne Visualisierung auskommt. Dieser Vielfalt wollen wir auch inhaltlich mit unserem Symposium Rechnung tragen.“

Auch die Stadt Wien freut sich über das erfolgreiche Symposium, welches Wien erneut im internationalen wissenschaftlichen IT-Spitzenfeld verankert. Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien, unterstrich den Beitrag des VRVis: „Der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Ludwig will Wien zur Digitalisierungshauptstadt machen. Veranstaltungen wie das Symposium „Visual Computing Trends“ sind wesentlich für den IT-Standort Wien und um das Ziel umzusetzen!“

Technologischer Paradigmenwandel
Die vier geladenen Experten beleuchteten in ihren einstündigen Keynotes sowie bei der Podiumsdiskussion die Themen künstliche Intelligenz, Augmented und Virtual Reality sowie Rendering und Computer Vision und gaben darüber hinaus auch Ausblicke in die Zukunft.

Ken Perlin (New York University) sprach in seiner Keynote „Experiments with Future Reality“ über die zukünftigen Möglichkeiten durch vermischte Realitäten – also der Vermischung der natürlichen Wahrnehmung einer Person mit einer künstlichen Computererzeugten. Perlin sieht einen großen Paradigmenwandel kommen, welcher durch Mixed Reality vorangetrieben wird. „Wann immer Menschen leistungsfähigere Kommunikationswege entwickeln, entwickelt sich die Gesellschaft weiter – zum Besseren oder zum Schlechteren.“

Gravierende Veränderungen meint auch Andrew Glassner (The Imaginary Institute) am Horizont erkennen zu können, die er in seinem Vortrag „The Best of Algorithms, the Worst of Algorithms“ näher beleuchtete. „Eine Klasse von Algorithmen namens Machine Learning wird immer mehr Teil unseres täglichen Lebens, oft hinter den Kulissen. Dies gibt ihnen eine enorme und unkontrollierte Kraft, um bedeutende Veränderungen in unserer Gesellschaft zu bewirken.“ Er warnte davor, dass eine potenzielle Folge des überbordenden Einsatzes durch Regierungen und gewinnorientierte Unternehmen sein könnte, dass diese Technologien zunehmend im Widerspruch zu Meinungsfreiheit, Chancengleichheit und persönlichem Wachstum stünden. Daher gilt es, nun Schritte zu unternehmen, um solche Probleme zu verhindern und eine gerechtere Zukunft für alle zu schaffen.

Mensch im Mittelpunkt von Technologie
Es scheint auf den ersten Blick paradox, dass Digitalisierung den Menschen in den Vordergrund rückt. Doch gerade mehr Technologie kann dazu führen, dass der menschliche Faktor stärker berücksichtigt wird – so beispielsweise im biomedizinischen Bereich. Julia Schnabel (King’s College London) widmete sich in ihrem Vortrag „The Future of Computer Vision in Biomedical Imaging“ der Zukunft von maschinellem Sehen in biomedizinischer Bildgebung. Sie betonte dabei, dass es nach wie vor der Mensch ist, welcher im Mittelpunkt der technologischen Neuerungen stehe, insbesondere als Nutzer aller Anwendungen in the loop bleiben müsse: „Die Optimierung des Patientenmanagements und der klinischen Ergebnisse sind die ultimative Aufgabe."

Oliver Deussen (Universität Konstanz) stellte in seinem Vortrag „Do we still need computer graphics research, especially for rendering?“ die pointierte Frage, ob unter anderem in Anbetracht der beispiellosen 50-jährigen Erfolgsgeschichte von computergenerierten Bildern in Filmen und Computerspielen noch überhaupt weitere Forschung in diesem Bereich notwendig wäre. Deussen machte jedoch deutlich, dass dies sehr wohl notwendig sei, da erst hierdurch das Potenzial weiterer Technologien erschlossen werden kann: „Computergrafik ist unerlässlich für sichere und zuverlässige Trainingsmethoden der Künstlichen Intelligenz, ohne die es beispielsweise keine selbstfahrenden Autos geben wird.“

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