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v.l.n.r. Nastassja Cernko (Nachhaltigkeitsmanagerin der OeKB-Gruppe), Reinhard Friesenbichler (Geschäftsleitung rfu), Angela Köppl (Umweltökonomin am WIFO), Karl Ludwig Brockmann (Konzernbeauftragter für Nachhaltigkeit der KfW Bankengruppe und Mitglied der TEG), Eveline Balogh (Abteilungsleitung OBUS der OEKB-Gruppe), Daniela Knieling (Geschäftsführung respACT und Network Representative des Global Compact Netzwerk Österreich), Magdalena Schröfl (Leitung Global Compact Netzwerk Österreich)

Global Compact Netzwerk Österreich lud zum Austausch über nachhaltiges Finanzieren im Unternehmenskontext

29. Oktober 2019 | 15:59 Autor: APA-OTS Startseite, Wien

Wien (A) Mit dem General Meeting zum Thema Sustainable Finance lud das Global Compact Netzwerk Österreich VertreterInnen aus Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und nationalen Interessensgruppen sowie ExpertInnen aus dem Finanzsektor in die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB). Hochkarätige PodiumsdiskutantInnen aus dem In- und Ausland reflektierten den globalen und lokalen Bedeutungsgewinn nachhaltigen Investments und öko-effizienten Wirtschaftens.

Daniela Knieling, Geschäftsführerin von respACT und Network Representative des Global Compact Netzwerkes Österreich, begleitet Unternehmen diverser Branchen seit vielen Jahren bei der Umsetzung nachhaltiger Geschäftsaktivitäten. Sie weiß um die Notwendigkeit nachhaltiger Investitionen Bescheid, um Unternehmen bei dem Vorantreiben des Pariser Klimaschutzabkommens und der UN-Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen: „Laut Schätzung der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) bedarf es zur Erreichung der UN- Nachhaltigkeitsziele im Jahr 2030 alleine in Entwicklungsländern die Schließung einer jährlichen Finanzierungslücke von 2.500 Milliarden US Dollar. Hier braucht es enge Partnerschaften und ein wirkungsvolles Zusammenarbeiten in einem Multi-Stakeholderprozess. Unternehmen haben hierbei die Möglichkeit neue wirtschaftliche Potentiale auszuschöpfen.“

Große Finanzierungslücke zum Erreichen des Pariser Klimaschutzabkommens
Um die Klima- und Energieziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, bedarf es in der EU großer finanzieller Hebelbewegungen. Als zentrale Finanzdienstleisterin hat die OeKB, auch Teilnehmerorganisation des Global Compact Netzwerkes Österreich, eine weitere Maßnahme gesetzt und vor Kurzem ein „Sustainable Finance Framework“ verabschiedet. Die Emmission des ersten OeKB Sustainability Bonds verzeichnet eine starke Nachfrage und bestätigt das steigende Interesse von InvestorInnen, Finanzflüsse in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung zu lenken. Nastassja Cernko, OeKB-Nachhaltigkeitsmanagerin, betonte dazu am General Meeting: „Mit der Möglichkeit Finanzierungsmittel über Sustainability Bonds aufzunehmen, tragen wir den Entwicklungen Rechnung, dass einerseits nachhaltige Investments für heimische Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnen, und es andererseits ein steigendes Interesse an nachhaltigen Anleihen von Investoren gibt. Neben dem neuen Produkt Exportinvest Green für Exportunternehmen und den Aktivitiäten unserer Tochter, der Oesterreichischen Entwicklungsbank, setzen wir daher mit der Emission von Sustainability Bonds einen weiteren Schwerpunkt im Bereich Green Finance.“

EU-Aktionsplan für nachhaltiges Finanzieren gibt Richtung vor
Im Rahmen internationaler Übereinkommen wie den UN-Nachhaltigkeitszielen und dem Pariser Klimaschutzabkommen sollen ökologische und soziale Standards langfristig im Finanzsektor verankert werden. Mit diesem Ziel hat die Europäische Kommission im März 2018 den EU-Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen veröffentlicht, der unter anderem die Entwicklung eines einheitlichen EU-Klassifikationssystems (Taxonomie) für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten fokussiert. Zur Umsetzung des Aktionsplans wurde von der Europäischen Kommission eine Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG) eingerichtet, bestehend aus 35 VertreterInnen der Finanzwirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und öffentlicher Institutionen. Karl Ludwig Brockmann, Konzernbeauftragter für Nachhaltigkeit der KfW Bankgruppe ist Mitglied der TEG und gab am General Meeting Einblicke in die veröffentlichten Reports der ExpertInnengruppe: „Der EU-Aktionsplan adressiert den Finanzsektor und gibt einen Rahmen für dessen Beitrag für eine klimagerechte und nachhaltige Zukunft vor. Am Ende geht es aber um notwendige Veränderungen in der Realwirtschaft. Die Unternehmen sollten antizipieren, dass über die verschiedenen Bausteine des Aktionsplans indirekt auch neue Transparenzanforderungen auf sie zukommen.“ Das General Meeting des Global Compact Netzwerkes Österreich versammelte rund 60 TeilnehmerInnen in der OeKB und wurde von respACT koordiniert. Das General Meeting wurde von ADA-Austrian Development Agency gefördert.

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