< Zurück zur Übersicht

v.l.n.r. Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz, Mag. (FH) Peter Frei, DI Didi Lenz, Mag. Karin Keglevich-Lauringer (Moderation/Special Public Affairs), Markus Stelzmann, Mag. Friedrich Spritzey

Generation Z und wie sie Unternehmensorganisationen verändern wird beim 8. SOT Frühjahrsgespräch

19. März 2019 | 15:46 Autor: Special Public Affairs Startseite, Wien

Wien (A) Wie tickt die Generation Z und wie müssen sich Unternehmensorganisationen auf sie ausrichten? Diese Fragen wurden im Rahmen des 8. SOT Frühjahrsgesprächs, in der Kontrollbank in Wien, eifrig diskutiert.

Mag. Friedrich Spritzey, Partner der SOT/Libertas Gruppe, deponierte in seinen Begrüßungsworten, dass Unternehmensorganisationen nur dann Bestand haben werden, „wenn wir die neue, auf uns zukommende Generation Z verstehen, um die zukünftigen Herausforderungen des Unternehmertums zu meistern. Schließlich werden ihre Werte die Unternehmenskultur und die Anforderungen an Personalpolitik und Unternehmensorganisation in den nächsten 20 Jahren ganz entscheidend mitbestimmen“.

Generation Z beeinflusst die anderen Generationen
„Die Generation Z lehnt übermäßigen Arbeitsdruck, aber auch flexibilisierte Arbeitszeiten ab und verlangt nach einer strikten Trennung von Arbeit und Freizeit“, so Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz, in seinem Einstiegsvortrag.  „Allerdings“, ergänzt der Experte für Personalmanagement, „muss man mit der Generation Z in Dialog treten und eigene unternehmerische Forderungen stellen.“ So sei es nicht akzeptabel, dass die Generation Z eine Übernahme von Führungsverantwortung kategorisch ablehnt und nur noch Fachkarrieren akzeptiert. Denn in gewissem Ausmaß brauchen Unternehmen auch ein bestimmtes Maß an Flexibilität, weshalb man sich nicht immer auf die klaren Strukturwünsche der Generation Z einlassen kann.   

Hier ist das Personal-Management gefordert. Was heute als wegweisend modern gilt, wie open-space Büros, desk-sharing und home offices, damit man arbeiten kann,  wo, wann, und wie man will, sei der falsche Weg in die Zukunft: „auch wenn das Viele noch nicht hören wollen“, ergänzt Scholz und verweist auch auf die hohe Ansteckungsgefahr. „Denn andere Generationen übernehmen das Gedankengut der Generation Z, weil sie nicht im Hamsterrad weiterlaufen und am Ende abstürzen wollen. Das ist im Übrigen auch gut so, da wir angesichts der gesundheits- und familienschädigenden Kulturen vieler Unternehmen dringend eine Kurskorrektur benötigen“.

Deshalb plädiert Scholz ganz stark für eine Kompromissstrategie, die auf einem Diskurs zwischen Unternehmen und der Generation Z basiert. Diese - dem Anschein nach - unattraktive Strategie geht nämlich davon aus, dass man aus gutem Grund vieles von der Generation Z akzeptieren sollte, da schlussendlich sowohl das Unternehmen als auch die anderen Generationen profitieren würden. Dies gilt beispielsweise für die Vermeidung von übermäßigem Arbeitsdruck sowie die völlige Durchdringung der privaten Sphäre durch den Beruf.

Die verschiedenen Generationen sollten sich daher in einem gemeinsamen Diskurs verständigen, in welchem die Generationen Y und Z weder einfach fordern, noch die Babyboomer und Generation X einfach diktieren können. Das setzt aber voraus, dass man sich endlich dezidiert mit der „neuen und andersartigen“ Generation Z auseinandersetzt. Denn genau das bietet die Chance für Diversität, Innovation, Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

Das demokratische Unternehmen
Wie eine Unternehmensorganisation auch ohne Hierarchie funktionieren kann, fragte sich wiederum Markus Stelzmann, Geschäftsführer der TELE Haase Steuergeräte GmbH. Seit 2013 gibt es keine Chefs mehr im Unternehmen. Heute organisieren sich seine MitarbeiterInnen in Gremien und entscheiden demokratisch über Unternehmensstrategien, Prozesse und Budget, aber auch über das eigene Gehalt und die Dauer ihres Urlaubs. Allerdings räumt er ein, dass sich aus dieser Struktur eine große Verantwortung auf die Mitarbeiter überträgt, mit der nicht jeder umgehen kann. Darüber hinaus muss sich ein derartiges Modell langsam entwickeln, um erfolgreich zu  sein.

Sicherheit und Freiraum
Mag. (FH) Peter Frei, Geschäftsführer der Hrachowina Fenster & Türen GmbH, plädiert hingegen für eine ausgleichende Kombination aus straffer Führung und Freiraum: „Denn, die Generation Z will klare Anweisungen, sucht im Unternehmen sogar manchmal den Elternersatz und weigert sich Überstunden zu machen.“

Work-Life-Balance hinterfragen
Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin Mag. Christina Pichler, von SOT Süd-Ost Treuhand Libertas Intercount, zeigt hingegen auf, dass unter ‚Work-Life-Balance‘ zumeist schon Unterschiedliches verstanden wird. „Die einen meinen, dass Arbeit und Freizeit ineinander fließen, die anderen sehen in dem Begriff die klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Daher muss man genau hinterfragen, was gemeint sei“, so Pichler. Darüber hinaus forciert sie, dass jeder mit jedem im Unternehmen zusammenarbeiten und so unterschiedliche Erfahrungen sammeln kann, ohne gegeneinander in Teams in Konkurrenz treten.

Das Büro von Morgen
Dass die moderne Arbeitswelt auch bei Büro-Möbeldesignern angekommen ist, weiß DI Didi Lenz, Head of Innovation & Design der Bene GmbH, zu berichten. Er geht künftigen Entwicklungen auf die Spur und designed die Büromöbel der Zukunft. Heute unterscheiden sich diese Möbel durchaus von jenen vor 10 Jahren. Man geht wieder mehr auf die individuellen Bedürfnisse der NutzerInnen ein. Bei Bene selbst setzt man auf Motivation und die Vorgabe identitätsstiftender Ziele im Unternehmen, um den MitarbeiterInnen eine langfristige inhaltliche, aber auch organisatorische Zukunftsperspektive zu geben.

Die äußerst lebhafte Diskussion zeigte, dass dieses neue Thema niemanden kalt ließ. Beim anschließenden Cocktail wurden noch bis spät am Abend eifrig Meinungen ausgetauscht. Gesichtet wurden u.a.:

Dr. Martina Andres, Josef Manner & Comp. AG
Mag. Friedericke Bilgici, Kommunalkredit Austria AG
Dr. Ernst Burger, Dr. Ernst Burger WirtschaftsprüfungsgesmbH
DI Dr. Karl Grabner, Waagner Biro Bridge Systems AG
Mag. Alexander Liaunig, Liaunig Industrieholding AG
Dipl.-Ing. Herbert Schlossnikl, Vöslauer Mineralwasser GmbH
Mag. (FH) Elisa Stadlinger & Nikolaus Grablowitz, M.A., ÖRAG Österr. Realitäten AG
Mag. Alexander Tesar, Ottakringer Getränke AG

  • v.l.n.r. Mag. (FH) Peter Frei, Univ.-Prof. Dr. Christian Scholz
    uploads/pics/Foto_2_Frei__Scholz.jpg
  • v.l.n.r. Dr. Ernst Burger, Mag. Christina Pichler, Dr. Martina Andres, Dr. Wolfgang Hötschl
    uploads/pics/Foto_3_Burger__Pichler__Andres__Hoetschl.jpg
  • v.l.n.r. Mag. (FH) Elisa Stadlinger & Nikolaus Grablowitz, M.A.
    uploads/pics/Foto_4_Grablowitz__Stadlinger.jpg

SOT Süd-Ost Treuhand GmbH

Wildpretmarkt 2-4, 1010 Wien
Österreich
+43 1 5339416-0

Details


< Zurück zur Übersicht