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v.l.n.r.: Brigitte Ederer (Aufsichtsrätin u.a. bei Boehringer Ingelheim und Infineon), Helen Pelzmann (Partnerin EY Law), Antonia Rados, Brigitte Bierlein (Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs)

EY lud Top-Managerinnen zu Vortrag von Dr. Antonia Rados

16. Mai 2018 | 09:14 Autor: ikp Startseite, Wien

Wien (A) „Leben zwischen Linien: Kann der Ausnahmezustand alltäglich sein?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt des Vortrags „Leben in Extrem-Lagen“ von Dr. Antonia Rados, „Chefreporterin Ausland“ für die Sender der Mediengruppe RTL und eine der international renommiertesten Krisenreporterinnen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Netzwerkevents „All EYes on Women“ der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY statt. Rund 50 Top-Managerinnen folgten der Einladung in das k47.wien und diskutierten, wie ein Leben im Ausnahmezustand möglich ist.

Helen Pelzmann, Partnerin bei EY Law und Verantwortliche für die EY-Initiative „Women.Fast Forward“ in Österreich, verwies auf die wichtige gesellschaftliche Rolle von Krisenreporter/innen: „Krisenreporter und Krisenreporterinnen sind nicht nur ein zentraler Eckpfeiler der Demokratie, sondern auch beeindruckende Persönlichkeiten mit Vorbildwirkung. Sie bewältigen in ihrem Beruf Tag für Tag ein Leben im Ausnahmezustand und beweisen, wie Arbeiten am Limit möglich ist. Diese Erfahrungen in extremen Situationen sind eine Inspiration für den Umgang mit Herausforderungen oder Krisen“.

Antonia Rados berichtet seit über 30 Jahren aus den gefährlichsten Krisengebieten der Welt. Die gebürtige Klagenfurterin ist aufgrund ihrer vielfach ausgezeichneten Arbeit heute eine der populärsten Auslandskorrespondentinnen des deutschsprachigen Fernsehens. Insbesondere ihre Berichterstattungen zum Irak-Krieg 2003 sowie zu den Demokratisierungsentwicklungen im Nahen Osten und in Nordafrika 2011 haben Antonia Rados internationale Anerkennung eingebracht. Seit 2009 ist sie „Chefreporterin Ausland“ für die Sender der Mediengruppe RTL und liefert nachhaltige Impressionen aus Kriegsgebieten.

Rados: „Nur mit Vorbereitung lässt sich die Gefahr aushalten“
In ihrem Vortrag berichtete Antonia Rados von extremen Erlebnissen, die sie speziell in den Ländern des Nahen Ostens erlebt hat. Der kulturelle Wandel in Richtung konservativerer Lebensweisen im Nahen Osten in den letzten 30 Jahren sei vor allem ein Ergebnis von Gewalt, so Rados: „Nichts verändert eine Gesellschaft so sehr wie Gewalt. Und Krieg ist die höchste Form der Gewalt“.

Sie habe die Erfahrung gemacht, dass Männer und Frauen gleich viel Angst in Gefahrensituationen hätten, Männer diese aber tendenziell besser verbergen könnten. „In Extremsituationen gibt es ganz eigene Regeln. Und Extreme sind sehr subjektiv: Was der eine als Gefahr erlebt, ist für den anderen eine kontrollierte Situation. Ich habe den mutigsten Krisenreporter erlebt, der kein Huhn essen wollte, weil er Angst vor der Vogelgrippe hatte“, erzählte Rados.

„Das Wichtigste ist: Man kann die ständige Gefahr nur aushalten, wenn man sich vorbereitet und weiß, worauf man sich einlässt“. In Extremsituationen folge das Verhalten zumeist gewissen Mustern, so Rados: „Der erste Gedanke ist meistens: Ich will nicht alleine sein. Deshalb sucht man sich Verbündete. Dazu kommt eine gewisse Selbsttäuschung: Man tendiert dazu, Extremlagen zu unterschätzen. Aber ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen: Eine Kamera ist kein ausreichender Schutz“.

Leben in Angst: „Wer zu mutig ist, ist oft ein Idiot“
Als Krisenreporter/in müsse man sich die Frage stellen, warum man sich der Gefahr – speziell als Frau im Nahen Osten – überhaupt aussetze: „Die Antwort ist ganz einfach: Ein Journalist muss ein Augenzeuge sein. Er oder sie muss Erfahrungen sammeln und kann nicht alles in Büchern lesen. Wer manche Situationen nicht erlebt hat, kann auch nicht glaubwürdig darüber berichten“.

Die Angst gehöre als ständiger Begleiter zum Leben einer Krisenreporterin und eines Krisenreporters, so Rados: „Jeder Mensch hat Angst – das darf man niemals vergessen. Man kann bis heute nicht sagen, was Angst ist und welchen Gradmesser es dafür gibt. Aber eines habe ich gelernt: Wer zu mutig ist, ist oft ein Idiot.“

Unter den Gästen waren unter anderem:
Angelika Backhausen, Geschäftsführerin Iglo Austria GmbH, Brigitte Bierlein, Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs, Bettina Dutter, Geschäftsführerin conwert, Brigitte Ederer, Aufsichtsrätin, Boehringer Ingelheim RCV GmbH, Infineon Technologies Austria AG und SCHOELLER-BLECKMANN OILFIELD EQUIPMENT AG, Ulrike Klemm-Pöttinger, CFO Kapsch Trafficcom AG, Elisabeth Miksch-Fuchs, Geschäftsstellenleiterin Stadt Wien, Doris Pulker-Rohrhofer, Geschäftsführerin Wiener Hafen Management GmbH, Andrea Stürmer, Vorstandsvorsitzende Zürich Versicherungs-AG, Karin Zipperer, Vorstandsdirektorin Technik ASFINAG

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