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V.l.n.r.: Fabio Tomaschett, Head of Token Offerings Bank Frick; Dr. Ulli Spankowski, Chief Digital Officer Börse Stuttgart; Mag. Ronald Frankl, Managing Partner, Head of Blockchain and Cryptocurrencies, LGP; Daniel Lenikus CEO Blockexpo GmbH; DI MMag. Paul Pöltner, Co-Founder CONDA; Priv. Doz. MMag. Dr. Philip Goeth, LLM Barrister (England & Wales) Of Counsel, LGP

Asset Tokens – Finanzierungsinstrument der Zukunft? war Thema des Events von Lansky, Ganzger + Partner

28. November 2019 | 14:42 Autor: APA-OTS Startseite, Wien

Wien (A) Die Blockchain-Technologie ermöglicht die Digitalisierung von Vermögenswerten, so auch von Anteilen an Immobilien oder Gesellschaften. Bei der Tokenisierung wird der Wert des Assets in Tokens abgebildet, letztere lassen sich über die Blockchain einfach übertragen und können beliebig gestückelt werden. Die Veranstaltung erläuterte die Chancen und Vorteile einer Finanzierung durch Tokenisierung für Unternehmen sowie für Investoren. Eine wichtige dabei Rolle spielt der Aspekt der Liquidität.

In seiner Eröffnungsrede betonte LGPs Managing Partner Mag. Ronald Frankl die Relevanz des Themas Liquidität im Zusammenhang mit einer Tokenisierungzum Zweck des Capital Raising. Durch eine Tokenisierung kann eine flexibel ausgestaltbare Rechtsposition nämlich fungibel gemacht werden. Mit einer Tokenisierung ist es daher möglich, für ein an sich völlig illiquides Asset Liquidität herbeizuführen. Die Durchführung eines Security Token Offerings (STO) im Wege eines Initial Exchange Offering (IEO) kann als Modalität genützt werden, von Anfang an Liquidität zu schaffen. Mag. Frankl gab ebenfalls einen Ausblick in die Zukunft der Tokenisierung und verdeutlichte seine Überzeugung, dass die geschaffene Liquidität einer der ganz wesentlichen Vorteile ist, die eine Tokenisierung von Assets sowohl für Emittenten als auch Investoren bieten kann.

Dr. Ulli Spankowski, Chief Digital Officer der Gruppe Börse Stuttgart, sieht Wien als einen der europäischen Hotspots für Blockchain- und DLT-Anwendungen. Insbesondere schätzt er die österreichischen Blockchain-Jungunternehmer sowie das rege Interesse der Immobilienbranche. Die Börse Stuttgart hat mit ihrer Bison App sowie ihrer Digital Exchange (BSDEX) ein Ökosystem für den Handel von Kryptowährungen geschaffen, welches in absehbarer Zeit auch den Handel von Security Tokens ermöglichen soll. Dr. Spankowski erkennt auch ein reges Interesse der DAX 30 Unternehmen an der Thematik Digital Assets, jedoch fehlen derzeit die notwendigen Standards und die regulatorische Sicherheit.

An der von Dr. Philip Goeth, Barrister und Of Counsel bei LGP, moderierten Diskussion nahmen neben Dr. Spankowski und Mag. Frankl noch Dipl.-Ing. Paul Pöltner, Co-Founder der Conda, Fabio Tomaschett BASc, Head of Token Offerings der Bank Frick und Daniel Lenikus, CEO der Blockexpo teil. Die Diskussion behandelte die regulatorischen und wirtschaftlichen Aspekte einer Tokenisierung zum Zweck des Capital Raising.

Ronald Frankl erläutert anfänglich am Beispiel einer Liegenschaft, dass die dem Token Holder übertragenen Rechtspositionen (e.g. Genussrecht) eine vertragliche Grundlage haben und somit schuldrechtlicher Natur sind. Daniel Lenikus hebt hervor, dass es vereinzelt Security Token Offering (STO) Projekte in der DACH Region gibt; das Linzer Start-Up Blockpit hat mit seinem STO schon fast €3 Mio. eingenommen. Jedoch sieht er den Finanzierungsmarkt erst am Anfang, dieser müsse sich noch entwickeln. Paul Pöltner sieht in der Tokenisierung eine Prozessoptimierung, die es ermöglicht, assoziierte Kosten einer Finanzierung zu reduzieren und das Verfahren zu beschleunigen. Für ihn ist die Tokenisierung der nächste Schritt des Crowd-Investments. Fabio Tomaschett sieht ein reges Interesse der Immobilien- und Kunstbranche an der Tokenisierung. Ulli Spankowski hebt hervor, dass ein Handelsplatz für Security Tokens eine bedeutende Rolle einnehmen wird, u.a. ist die Preisfindung für den Handel eine der Funktionen eines solchen Handelsplatzes. Abschließend hebt Ronald Frankl hervor, dass die 5. EU Geldwäscherichtline, mit welcher Kryptowährungen erstmalig EU-weit Einzug in die Gesetzesbücher halten, ein erster Schritt in Richtung eines regulierten Marktumfeldes ist. Neben den derzeit noch offenen regulatorischen Fragen sind auch die Themen KYC und Datenschutz wichtige juristische Aspekte, die bei einer Tokenisierung bedacht werden müssen.

    Lansky, Ganzger & Partner Rechtsanwälte GmbH

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