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EUMICON überreicht die Rohstoff-Charter „25 Ideen für eine Zukunft Made in Europe“ an die EU-Ratspräsidentschaft – vlnr: Christoph Leitl, Präsident Eurochambres, Bundesministerin Elisabeth Köstinger, EUMICON-Präsident Franz Friesenbichler und EUMICON-Generalsekretär Roman Stiftner sowie Gwenole Cozigou, Direktor für Industrial Transformation and Advanced Value Chains der EU-Kommission. (Foto: Gary Milano)

400 Teilnehmer bei der Internationalen Rohstoff-Konferenz Eumicon 2018

05. Oktober 2018 | 09:05 Autor: Lukas PR Startseite, Wien

Wien (A) Im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft trafen sich Ende September 400 Teilnehmer aus mehr als 30 Nationen bei der Internationalen Rohstoff-Konferenz Eumicon 2018 in Wien. Unter der Schirmherrschaft der europäischen Rohstoffinitiative Eumicon – European Mineral Resources Confederation – ist es auf einzigartige Weise gelungen, die europäische Rohstoffindustrie zu vernetzen und die herausfordernden Aufgaben der Öffentlichkeit und den Entscheidungsträgern in Politik und Gesellschaft zu vermitteln.

Mehr als 60 internationale Top-Speaker und Vortragende aus Industrie, Politik und Wissenschaft diskutierten über die Megatrends Digitalisierung und Energiewende, die den Einsatz von mineralischen Rohstoffen erhöhen, gesamte Wertschöpfungsketten verändern und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche stark beeinflussen. Ein wesentliches Fundament für eine wettbewerbsfähige Rohstoffwirtschaft „Made in Europe“ ist die Rohstoff-Charter mit ihren vier Themenschwerpunkten Access & Trade, Skills & Employment, Energy & Climate und Technology & Innovation, die im Rahmen der Konferenz vorgestellt wurde. Träger der hochkarätigen Veranstaltung waren die Fachverbände Bergbau-Stahl und Nichteisenmetallindustrie sowie das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus der Republik Österreich in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich und der Industriellenvereinigung.

Nachfrage nach Rohstoffen nimmt zu
„Die Nachfrage und der Einsatz von Rohstoffen wird durch Energiewende und Digitalisierung nicht abnehmen, im Gegenteil“, erklärte Franz Friesenbichler bei der Konferenzeröffnung. Für den Eumicon -Präsident ist es wichtig, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingen für eine Zukunft „Made in Europe“ zu schaffen: „Die Nachfrage nach und der Einsatz von Rohstoffen wird in den nächsten Jahrzehnten ebenso zunehmen, wie der Wettbewerb um Verfügbarkeiten und Zugänge. Wir entscheiden heute, ob diese Zukunft „Made in Europe“ oder „Made in China“ sein soll.“ Daraus resultiere auch die Notwendigkeit, neue Formen der Gewinnung und der Wiederaufbereitung von Rohstoffen voranzutreiben und durch gemeinsame Lösungsansätze auf europäischer Ebene, die Industrie auch weiterhin als Garant für Wachstum und Beschäftigung in Europa zu halten. Bundesministerin Elisabeth Köstinger betonte, dass Schlüsseltechnologien von mineralischen Rohstoffen abhängen. Sie sind Grundstoffe für Digitalisierung und Automation: „Wir müssen die notwendigen Rohstoffe nachhaltig und innovativ in Europa erzeugen und ressourcenschonend mit ihnen umgehen, vor allem im Sinne des Klima- und Umweltschutzes.“

Rohstoff-Charter – Zukunft Made in Europe
„Wir haben in einer Welt, die sich rasant verändert, ausreichend Gründe zu hinterfragen, was wir für die Rohstoffwirtschaft tun können“, Roman Stiftner bei der Präsentation der Rohstoff-Charter „25 Ideen für eine Zukunft Made in Europe“. Mit einem Weißbuch wurde vor zehn Monaten begonnen, die Herausforderungen der Zukunft anzusprechen. „In den folgenden Dialogen wurde klar, dass wir mit Technologie & Innovation, Sicherung von Marktzugängen, Klima & Energie sowie Kompetenzen & Ausbildung, vier wesentliche Themen ansprechen müssen.“ Es folgten Workshops in Wien, Brüssel, Sofia und Berlin. Über 700 Akteure aus ganz Europa wirkten mit. Ihre Experten-Inputs sind in den 25 Ideen der Charter zusammengefasst. Zudem wurden mit Mut, Nachhaltigkeit und Konsens neue Kernwerte definiert: Risikobereitschaft und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, um Lösungen zu finden sowie einen nachhaltigen Industriesektor in Europa sicherzustellen. „Mit der Rohstoff-Charter und der EUMICON verschreiben wir uns, den Dialog fortzuführen und unsere Ideen in kritische Prozesse einzubringen“, so Stiftner.

Rohstoffe als Basis für Hightech-Technologien
Rund 80 verschiedene Rohstoffe sind allein in einem Smartphone enthalten. Mineralische Rohstoffe und Metalle sind Grundlagen für Hightech-Technologien und in nahezu allen Gegenständen des Alltags zu finden. Welche Technologien zum Einsatz kommen und welche Rahmenbedingungen es dafür benötigt, um den europäischen Wirtschaftsstandort nachhaltig konkurrenzfähig zu halten, sind Fragestellungen, die in der Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wertschöpfungsketten auf Basis mineralischer Rohstoffe. Eine neue Chance für Europa.“ behandelt wurden. Eumicon-Generalsekretär Roman Stiftner, konnte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident Wirtschaftsvereinigung Stahl, Mark Rachovides, Präsident Euromines, Martin Iffert, Vorstandsvorsitzender Trimet Aluminium SE, sowie den Vorstandsvorsitzenden der Aurubis AG, Jürgen Schachler, begrüßen. Diskutiert wurde der Aufbau einer neuen modernen Welt, in der Grund- und Rohstoffe genauso essentiell sind wie das Know-how in der Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen. Wichtig ist es, die Energiewende zu schaffen und Produktionen nicht an China zu verlieren sowie rechtliche Rahmenbedingungen zu erarbeiten, die den europäischen Markt nicht benachteiligen. Durch die Digitalisierung und Industrie 4.0 müssen Arbeitsweisen neu definiert und intensiv in die Aus- und Weiterbildung investiert werden.

Wasserstoff als Energieträger der Zukunft
Wir bewegen uns auf eine energieintensive Industrie zu, daher muss Europa in neue Technologien, energiearme Stromsysteme und Infrastruktur investieren. In den nächsten zehn Jahren muss der Grundstein gelegt werden, um Strategien zu entwickeln und die Herausforderung der Energieveränderung zu stemmen. Wenn Energiewende und Klimaziele erreicht werden sollen, ist eine europäische Harmonisierung notwendig, um gleiche Ausgangsbedingungen zu schaffen ist. Wasserstoff als Energieträger der Zukunft wurde im Panel Energy & Climate vorgestellt. Auch die Dekarbonisierung läutet einen fundamentalen Wandel in der Stahlproduktion und im Bereich der Energiesysteme ein.
 
Circular Economy
Wie kann Sonnen- und Windenergie gespeichert werden? Um den Bedarf in den nächsten 12 Jahren abzudecken, wären 8.000 Pumpspeicher notwendig. Die RAG integriert Sonne und Wind in Erdspeicher und beschäftigt sich mit der Frage, ob sich auch 100 % Wasserstoff in ehemalige Gasspeicher einlagern lässt. Labor-Ergebnisse auf Basis biogener Lagerstätten zeigen interessante Ergebnisse für Gasspeicher als Enabler für eine Circular Economy. Die Gesellschaft wird eine Kreislaufwirtschaft aufbauen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das Recyceln von Metallen, um den Rohstoffzyklus zuschließen. End of life-Recycling ist das Thema der CCO Montanwerke Brixlegg AG. Das Unternehmen reinigt und bereitet Schrott auf, soweit bis wieder Kupfer entsteht. Um weltweit den Bedarf von jährlich 200 Millionen Tonnen decken zu können, muss jedoch weiter nach Kupfer gesucht werden.

Rohmaterialien sind die Zukunft
Der zweite Konferenztag stand ganz im Zeichen von Wissenschaft und Forschung. Unter dem Titel „Raw Materials are the Future.“ informieren Wissenschaftler über aktuelle Forschungserkenntnisse. High-Level-Speaker erörterten in den Panelblöcken, Themen wie die europäische und globale Dimension von Nachfrage und Rohstoffversorgung, die Einflüsse außereuropäischer Märkte auf die europäische Rohstoffproduktion sowie die Weiterentwicklung von Wertschöpfungsketten und den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Rohstoffindustrie bis hin zur Transformation durch Elektrifizierung: Demografischer Wandel, die Zunahme an „grünen Technologien“, lässt die Nachfrage nach neuen Rohstoffen bis 2050 weiter steigen. Ein steigender Konsum, der nicht mit sekundären Rohstoffen abgedeckt werden kann und Förderung primärer Rohstoffe notwendig macht. Dafür müssen Explorationstechnologien entwickelt und angewendet werden, um explizit nach Rohstoffvorkommen in Europa zu suchen. Es referierten und diskutieren unter anderem: Thomas Frömmer von RHI Magnesita, Gwenole Cozigou, Direktor für Industrial Transformation and Advanced Value Chains der EU-Kommission, und Peter Moser, Vize-Rektor der Montanuni Leoben.

Die Kreislaufwirtschaft wird die Value Chain verändern, dazu braucht es Informationsflüsse wie die Blockchain, um alle Akteure bis hin zum Kunden in die Handelsbeziehungen zu integrieren. Die Blockchain und wie sie die Mineralrohstoffindustrie transformieren wird, erklärte Nathan Williams, CEO von Minespider. Ein Höhepunkt war das Interactive Panel zum Thema „Aufbruch in die Zukunft: Europa als Triebfeder für die globalen Rohstoffmärkte.“ unter der Diskussionsleitung von Leopold Weber, Vizepräsident des IOC der World Mining Congresses.

Leistungsfähige Kreislaufwirtschaft
„Ungeachtet der Bemühungen einer leistungsfähigen Kreislaufwirtschaft, ist der Einsatz von mineralischen Rohstoffen notwendig, um den Bedarf einer zukunftsorientierten Wirtschaft und einer modernen Gesellschaft zu decken. Unser Know-how in der Bereitstellung von primären und sekundären Rohstoffen, unser essentieller Beitrag zum Bergbau und ausgeprägter Umweltschutz sind unverzichtbare Voraussetzungen für eine zufriedenstellende Nachfrage nach Rohstoffen in Europa. Die Bewusstseinsbildung für mineralische Rohstoffe und Bergbau muss in Wirtschaft und Gesellschaft weiter erhöht werden. Gemeinsam mit allen Stakeholdern arbeiten wir daran die öffentliche Akzeptanz zu verbessern. Events, wie die Eumicon 2018 aber auch die Rohstoff-Charter mit ihren 25 Ideen, leisten einen wesentlichen Beitrag dazu“, zog Eumicon-Präsident Franz Friesenbichler Bilanz über zwei erfolgreichen Konferenztage.

  • Unter den 400 Teilnehmer aus mehr als 30 Nationen waren hochkarätige Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sowie von NGOs. (Foto: Gary Milano)
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  • Roman Stiftner, Generalsekretär EUMICON, präsentierte die Rohstoff-Charter mit „25 Ideen für eine Zukunft Made in Europe“ (Foto: Gary Milano)
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